Wir freuen uns, dass sich fünf Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters in Eching bewerben.
Der Klimabeirat Eching will den Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit geben, sich in Bezug auf die Klimaproblematik ein eigenes Bild von den Positionen der Kandidaten zu machen. Der Klimabeirat hat deshalb einen Fragenkatalog erarbeitet, der zentrale Handlungsfelder der kommunalen Klimapolitik beleuchtet. Ziel war es, nicht nur grundsätzliche Zielvorstellungen abzufragen, sondern auch konkrete Maßnahmen, Prioritäten und die der Gemeinde zugedachte Rolle zu hinterfragen. Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Bewerbern für ihre Antworten.
Der Klimawandel stellt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit dar und betrifft auch die Gemeinde Eching unmittelbar. Die Entscheidungen der kommenden Jahre werden maßgeblich darüber bestimmen, wie gut es gelingt, Emissionen zu reduzieren, die Energieversorgung zukunftsfähig zu gestalten und die Lebensqualität vor Ort zu sichern.
Die Antworten zeigen klar: Das „Ob“ des Klimaschutzes ist Konsens – das „Wie“ nicht.
Die Klammer im Fragenkatalog, gebildet durch Ziel – Maßnahmen – Controlling macht sichtbar, wie Klimaschutz politisch gesteuert werden kann. Die Antworten der Kandidaten unterscheiden sich darin, welche Bedeutung sie diesen Elementen beimessen. Dadurch wird vergleichbar, wie verbindlich Klimaschutz politisch gedacht wird und in welchem Umfang die Kommune bereit ist, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um Klimaneutralität tatsächlich zu erreichen.
Die Bürgermeisterwahl entscheidet damit nicht nur über einzelne Projekte, sondern darüber, wie systematisch, überprüfbar und steuerbar Klimaschutz in Eching künftig umgesetzt wird.
Die folgende Aufbereitung und Darstellung dient der Information und Transparenz. Sie stellt keine Wahlempfehlung und keine Wahlwerbung dar. Maßgeblich sind die jeweils verlinkten Originalantworten der Kandidaten.
Zur Einstimmung können Sie hier nochmal unseren offenen Brief in Gänze nachlesen.
Antworten und Bilder in alphabetischer Reihenfolge:
Christoph Gürtner (FW), Eric Jacob (Die Grünen), Michael Steigerwald (CSU), Sebastian Thaler (Mega), Victor Weizenegger (SPD).
🎯 1. Welches Klimaziel gilt für Eching?
Offiziell hält Bayern weiterhin an der Klimaneutralität bis 2040 fest. In mehreren Bereichen — insbesondere bei Windkraft, Wärme und Mobilität — zeigt Bayern einen deutlichen Nachholbedarf. Das gilt genauso für den Landkreis, wie auch für Eching. Ohne starke Maßnahmen und Kurskorrekturen ist das Klimaneutralitätsziel in 15 Jahren nicht erreichbar.
Für welche Ziele für Eching werden sie als Bürgermeister eintreten? Sehen Sie einen Nachholbedarf und wenn ja, welchen? Nennen Sie bitte die drei wichtigsten Maßnahmen, die Sie in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit ergreifen werden.
Vergleich – Einordnung
| Bereich | Gürtner | Jacob | Steigerwald | Thaler | Weizenegger |
|---|---|---|---|---|---|
| 100-Tage-Maßnahmen | Kooperationen, Biomasse, Gebäude | PV, Fernwärme, Gebäudesanierung | Analyse, Dialog, Priorisierung | Klimamanagement, Controlling, Information | Zielbeschluss, Planung, Ableitung |
| Abhängigkeiten | Finanzen, übergeordnete Ebenen | – | – | – | – |
| Ambitionsniveau | – | – | moderat | – | – |
| Förderansatz | – | Kritik an Einzelmaßnahmen | – | – | – |
| Klimaziel | langfristig, ohne Zieljahr | Orientierung an Klimaneutralität 2040 | Skepsis gegenüber festen Zieljahren | keine Zieljahresfestlegung | explizite Zieldefinition notwendig |
| Kommunale Infrastruktur | – | zentraler Hebel | – | – | – |
| Nachholbedarf | Wärme, Umsetzung | Wärme, Mobilität, Windkraft | Umsetzung, Akzeptanz | Wärme, Verkehr | Zielklarheit, Wärmeplanung |
| Steuerungsansatz | – | – | – | operativ | – |
| Strategie | – | – | schrittweise Fortschritte | Maßnahmen statt Ziele | Ziele als Maßstab für Maßnahmen |
| Umsetzungsfokus | pragmatisch | – | – | – | systematisch |
Gürtner · Original (PDF)
Christoph Gürtner erkennt Klimaneutralität als langfristiges Ziel an, verzichtet jedoch auf eine konkrete zeitliche Festlegung. Er betont die Abhängigkeit kommunaler Klimapolitik von finanziellen Rahmenbedingungen sowie von Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene. Den größten Nachholbedarf sieht er in der Wärmeversorgung und der Umsetzungsgeschwindigkeit bereits beschlossener Projekte. In den ersten 100 Tagen möchte er bestehende Kooperationen vertiefen, die Modernisierung der Wärmeinfrastruktur anstoßen und eine systematische Gebäudebewertung beginnen.
Klimaziele
• Anerkennt Klimaneutralität als langfristiges Ziel
• Kein eigenes Zieljahr für Eching
• Ziele abhängig von finanzieller Leistungsfähigkeit
Nachholbedarf
• Wärmeversorgung
• Umsetzungsgeschwindigkeit
• Zusammenarbeit mit externen Akteuren
100 Tage – 3 Maßnahmen
1. Abstimmung mit Neufahrn zum Zweckverband
2. Anstoß Modernisierung Biomasse-Heizkraftwerk
3. Gebäudematrix für Sanierungsplanung
| Klimaziel | langfristig, ohne Zieljahr |
| Nachholbedarf | Wärme, Umsetzung |
| Abhängigkeiten | Finanzen, übergeordnete Ebenen |
| 100-Tage-Maßnahmen | Kooperationen, Biomasse, Gebäude |
| Umsetzungsfokus | pragmatisch |
Die Gemeinde soll pragmatisch umsetzen, koordinieren und im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten handeln.
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Der Klimawandel stellt eine große Aufgabe für unsere Gemeinde dar und wird diese generationsübergreifend beschäftigen und herausfordern. Allerdings halte ich wenig von der bisherigen Förderung privater Investitionen, die hauptsächlich durch Mitnahmeeffekte geprägt war und keine wirklichen Verbesserungen mit sich gebracht hat. Stattdessen halte ich Investitionen in gemeindliche Einrichtungen für nachhaltiger.
- Ausbau von Solarflächen auf bestehenden gemeindlichen Gebäudedächern.
So kann Eching seinen Anteil an regenerativer Energie erhöhen, ohne zusätzliche Flächen zu verdichten. Zudem werden kommunale Gebäude meist tagsüber genutzt. Somit kann die Gemeinde selbst ihren produzierten Strom nutzen. - Ausbau der Fernwärmeversorgung.
Eching besitzt zusammen mit Neufahrn ein Biomasseheizkraftwerk und ein Fernwärmenetz. Ziel muss es sein einerseits das Biomasseheizkraftwerk auf die nächsten Jahre zukunftsfähig unter Einbindung von Geothermie zu modernisieren und auszubauen. Andererseits muss auch das Fernwärmenetz ausgebaut werden, damit größere Teile in Neufahrn und Eching angebunden werden können. Dies wird intensive Gespräche und eine zukünftig verbesserte Zusammenarbeit mit unserem Betreiber des Fernwärmesystems erfordern. Denn aktuell läuft der Ausbau und die Anbindung von Bürgern an das Fernwärmenetz noch zu schleppend. - Sanierung gemeindlicher Gebäude
Um dem Ziel der CO2-Neutralizät näher zu kommen, müssen wir besonders im Bereich der Wärmeversorgung Fortschritte erzielen. Im Besitz unserer Gemeinde befinden sich eine Vielzahl von Gebäuden, wovon bei einigen zeitnah eine Sanierung ansteht. Hierbei ist explizit darauf zu achten, z.B. durch bessere Dämmung, Erneuerung von Dächern oder Fenstern und Anpassung der Heizsysteme, für eine energetische Verbesserung zu sorgen.
Jacob · Original (PDF)
Eric Jacob sieht das bestehende Ziel der Klimaneutralität als derzeit nicht erreichbar an, wenn keine deutliche Kurskorrektur erfolgt. Er identifiziert insbesondere Defizite im Bereich Wärme, Mobilität und beim Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere Windkraft. Förderprogramme für private Einzelmaßnahmen bewertet er kritisch, da sie aus seiner Sicht häufig Mitnahmeeffekte erzeugen. Stattdessen spricht er sich für verstärkte Investitionen in kommunale Infrastruktur aus. In den ersten Monaten setzt er auf konkrete Maßnahmen wie Photovoltaik auf kommunalen Dächern, den Ausbau der Fernwärme und die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude.
| Klimaziel | Orientierung an Klimaneutralität 2040 |
| Nachholbedarf | Wärme, Mobilität, Windkraft |
| Förderansatz | Kritik an Einzelmaßnahmen |
| Kommunale Infrastruktur | zentraler Hebel |
| 100-Tage-Maßnahmen | PV, Fernwärme, Gebäudesanierung |
Die Gemeinde soll aktiv investieren, vorangehen und eigene Infrastruktur ausbauen, statt sich auf indirekte Anreize zu beschränken.
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Für Eching gilt das Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Ich möchte dieses Ziel mit innovativen Ideen früher erreichen, denn wenn kleine Gemein-den mit klugen Ideen vorangehen, können sie Vorbild für das große Ganze sein. 2040 als Pflicht, 2035 als Ziel!
Wie Sie korrekt beschreiben, ist es allerhöchste Zeit, den Klimaschutz ins Zentrum des politischen Handels zu rücken. Dies gilt für alle staatlichen Ebenen, insbesondere jedoch für die Kommunen, da hier viele konkrete Entscheidungen getroffen werden, die unmittelbare Wirkung entfalten – vorausgesetzt, Bund und Freistaat schaffen die notwendigen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.
Bei den aufgeführten Klimaneutralitätszielen ist für mich klar, dass Eching sich keine Sonder-rolle innerhalb des Freistaates, Deutschlands oder im internationalen Kontext herausnehmen kann. Das zeitlich am engsten gefasste Ziel der Klimaneutralität des Freistaates, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu sein, muss entsprechend auch für unsere Gemeinde verbindlicher Maß-stab sein (Art. 2, Abs. 2 BayKlimaG).
Einen großen Hebel sehe ich dabei vor allem in folgenden drei Bereichen:
- Bei der gemeindlichen Planung, insbesondere im Bausektor. Zwar enthalten Be-schlussvorlagen des Gemeinderats bereits heute Hinweise zu Umwelt- und Klimafolgen, diese sind jedoch häufig noch sehr kurz und allgemein gehalten und bieten keine ausreichende Grundlage für eine fundierte Abwägung. Hier möchte ich eine systematischere und detailliertere Bewertung neuer Vorhaben einrichten. Ergänzend dazu gibt es in der Bevölkerung, allen voran im Klimabeirat, viele Menschen, die sich ehrenamtlich mit ihrer beruflichen Expertise für den Umweltschutz einsetzen. Hier braucht es einen besseren Kommunikationsweg mit der Verwaltung, aber insbesondere auch dem Gemeinderat, um einen informierten Austausch zu ermöglichen.
- Bei der Flächennutzung. Ein wesentlicher Ansatzpunkt ist die Flächenversiegelung. Besonders für Parkflächen und die gewerbliche Nutzung sind große Teile des Gemeindegebiets versiegelt worden. Bei Wohnraum bauen wir vor allem in die Breite, aber wenig in die Höhe. Das hat zur Folge, dass Wasser nur schlecht abfließen kann und sich der öffentliche Raum im Sommer stark erhitzt. Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen brauchen Anreize, ihre Grundstücke effizient zu nutzen, nicht weiter zu versiegeln und, wo möglich, wieder zu entsiegeln. Darüber hinaus sehe ich großes Potenzial in der Wiedervernässung von Moorflächen, insbesondere im nördlichen Gemeindegebiet.1 Intakte Moore leisten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Der bestehende Dialog mit den Eigentümerinnen und Eigentümern soll fortgeführt und durch Instrumente wie Flächentausch oder gemeinschaftliche Finanzierungsmodelle ergänzt werden. Auch ein gemeinschaftliches Konzept zur Finanzierung, ähnlich der “Aktion Zukunft+”, wie sie bereits im Landkreis München und Ebersberg zum Einsatz kommt2, soll geprüft werden.
- Bei der Klimaanpassung und -resilienz durch ein detailliertes Schutzkonzept. Selbst mit ambitionierten Klimaschutz steuern wir weltweit auf eine Temperaturerhöhung von 2,3 bis 2,5 Grad zu.3 Extremwetterereignisse werden vermehrt auftreten: in Eching sind wir vor allem durch Starkregen und damit verbundene Überschwemmungen sowie Hitze betroffen. Es braucht daher ein detailliertes Schutzkonzept, wie die kritische Infrastruktur und die Bevölkerung bei extremer Hitze und anhaltendem Stark-regen vorbeugend geschützt werden kann und wie im Falle solcher Extremwetter in puncto Zivilschutz zu agieren ist. Für die Ausarbeitung eines solchen Plans setze ich mich ein.
Diese Maßnahmen möchte ich in den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit anstoßen. Die Verbesserung der Entscheidungsgrundlagen im Gemeinderat ist in dieser Zeit umsetzbar. Klima-anpassungs- und Flächennutzungskonzepte benötigen eine mittel- bis langfristige Perspektive, Für das Klimaanpassungskonzept soll in den ersten 100 Tagen der Auftrag zur Erarbeitung vergeben werden, bei der Flächennutzung soll die Evaluation der “Aktion Zukunft+” für Eching geprüft und ein weiteres Gespräch mit den Grundstückseigentümern stattgefunden haben.
Steigerwald · Original (PDF)
Michael Steigerwald steht festen Klimazielen und Zieljahren zurückhaltend gegenüber und betont stattdessen die Bedeutung realistischer und akzeptierter Maßnahmen. Er sieht den größten Nachholbedarf weniger bei Zielbeschlüssen als bei der Umsetzung und gesellschaftlichen Akzeptanz bestehender Konzepte. Klimaschutz solle schrittweise erfolgen und wirtschaftlich tragfähig bleiben. In den ersten 100 Tagen möchte er bestehende Maßnahmen analysieren, den Dialog mit Bürgern und Wirtschaft intensivieren und realistische Prioritäten setzen.
| Klimaziel | Skepsis gegenüber festen Zieljahren |
| Nachholbedarf | Umsetzung, Akzeptanz |
| Strategie | schrittweise Fortschritte |
| 100-Tage-Maßnahmen | Analyse, Dialog, Priorisierung |
| Ambitionsniveau | moderat |
Die Gemeinde soll moderieren, koordinieren und realistische Rahmenbedingungen schaffen, ohne Überforderung zu erzeugen.
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Zuerst muss ich Ihre Daten in der Fragestellung korrigieren. Bayern hat das Ziel der Klimaneutralität geändert und will nun bis 2045 klimaneutral sein. Dies ist auch die Jahreszahl bis zu der, der Bund, Klimaneutralität schaffen möchte.
Herr Steigerwald hat im Original den vorangehenden Abschnitt gelb markiert.
Der Klimaschutz, genauer die Planung von Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die zum größten Teil durch internationale, europäische und nationale Gesetze geprägt ist. Als Bürgermeister von Eching werde ich mich klar dazu bekennen, meinen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass Klimaschutz realistisch, finanzierbar, sozial verträglich und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt wird.
Für Eching sehe ich das Ziel, schrittweise und planvoll zur Klimaneutralität beizutragen, orientiert an den übergeordneten Zielen des Freistaats Bayern und des Bundes.
Im Trendszenario des integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Freising vom Herbst 2025 wird aufgezeigt, das Ziel bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden, unter Berücksichtigung des Ist-Zustandes, einem möglichen Zukunftsbild sowie Maßnahmen, sehr schwierig zu erreichen sein wird.
Hinzu kommt die Information des Umweltministers in Bayern, dass das bisheriges Klimaziel 2040 aufgegeben werden solle und die Staatsregierung plane, künftig das Ziel des Bundes mit dem das Zieljahr 2045 zu übernehmen. Eching hat in seinem kommunalen Klimaschutzkonzept (2022) allgemeinere CO₂-Reduktionsziele festgelegt, jedoch kein eigenes Klimaneutralitätsziel formuliert.
Dabei geht es aus meiner Sicht weniger um symbolische Einzelmaßnahmen, sondern um dauerhafte, wirksame und lokal akzeptierte Lösungen.
Ein besonderer Fokus sollte auf:
- der Reduzierung des Energieverbrauchs,
- dem Ausbau erneuerbarer Energien mit Augenmaß,
- sowie einer klimafreundlichen, aber alltagstauglichen Mobilität unter Berücksichtigung des sehr hohen täglichen Pendleranteils liegen.
Ja, ich sehe auch für Eching einen Nachholbedarf. Insbesondere in folgenden Bereichen:
- Strategische Gesamtplanung: Es fehlt bislang ein klar priorisierter, langfristiger Fahrplan, der Klimaschutz, Haushaltslage und Ortsentwicklung zusammen denkt.
- Kommunale Vorbildfunktion: Bei eigenen Liegenschaften (Gebäude, Fuhrpark, Beleuchtung) gibt es weiteres Potenzial.
- Einbindung der Bürgerschaft: Klimaschutz kann nur gelingen, wenn er verständlich erklärt, transparent geplant und gemeinsam getragen wird.
Drei wichtige Maßnahmen in den ersten 100 Tagen
In den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit würde ich folgende Schwerpunkte setzen:
- Bestandsaufnahme und Priorisierung Prüfung der bestehenden Konzepte, Maßnahmen und Beschlüsse im Bereich Klima, Energie und Nachhaltigkeit. Ziel ist es, Klarheit darüber zu gewinnen, was bereits beschlossen ist, was wirkt und wo realistisch nachgesteuert werden muss. Als Grundlage dient hier der Maßnahmenkatalog mit seinen 58 Maßnahmen aus acht Handlungsfeldern (Beginn 2022), sowie der übergeordnete Maßnahmenkatalog des Landkreises Freising, um möglichst viele Synergien für diese Ziele zu nutzen.
- Stärkung der Zusammenarbeit Engere Abstimmung zwischen Gemeinderat, Verwaltung, Klimabeirat, Landkreis und relevanten Fachstellen. Klimaschutz darf kein isoliertes Thema sein, sondern muss in alle relevanten Entscheidungen integriert werden.
- Konkrete, umsetzbare Startprojekte Identifikation weniger, aber wirksamer Maßnahmen, die kurzfristig umsetzbar sind. Etwa bei kommunalen Gebäuden, der Straßenbeleuchtung oder bei Förder- und Beratungsangeboten für Bürgerinnen und Bürger. Dabei gilt für mich: Qualität vor Quantität.
Grundhaltung
Als Bürgermeister werde ich Klimaschutz nicht ideologisch, sondern verantwortungsbewusst und pragmatisch angehen. Eching soll seinen Beitrag leisten, ohne Überforderung der Gemeinde, der Verwaltung oder der Menschen vor Ort. Entscheidend ist für mich, dass Maßnahmen langfristig tragen, wirtschaftlich sinnvoll sind und von einer breiten Mehrheit mitgetragen werden.
Thaler · Original (PDF)
Sebastian Thaler verzichtet bewusst auf die Festlegung eines eigenen Klimaneutralitätsjahres für Eching und stellt konkrete Maßnahmen in den Vordergrund. Er verweist auf bereits erzielte Fortschritte, insbesondere im Strombereich, und sieht Nachholbedarf vor allem in den Bereichen Wärme und Verkehr. Klimaziele versteht er als Ergebnis konsequenter Umsetzung, nicht als Ausgangspunkt. In den ersten 100 Tagen setzt er auf die Verstetigung des Klimaschutzmanagements, den Aufbau eines professionellen Klimacontrollings und auf Informations- und Beteiligungsformate.
| Klimaziel | keine Zieljahresfestlegung |
| Nachholbedarf | Wärme, Verkehr |
| Strategie | Maßnahmen statt Ziele |
| 100-Tage-Maßnahmen | Klimamanagement, Controlling, Information |
| Steuerungsansatz | operativ |
Die Gemeinde soll professionell umsetzen, steuern und informieren, weniger normativ festlegen.
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Wie in meinem Wahlprogramm 2020 versprochen, habe ich 2021 eine neue Stelle im Rathaus für „Klimaschutzmanagement“ geschaffen, die in den ersten Jahren mit bis zu 70% vom Bund gefördert wurde. Wir konnten eine hervorragende Mitarbeiterin gewinnen, mit der zusammen ich dann kurz darauf den Klimabeirat begründet habe. Dass diese engagierte Gruppe weiterhin aktiv ist, freut uns beide sehr. Durch unser Klimaschutzkonzept haben wir bereits unzählige Maßnahmen definiert, die es sukzessive umzusetzen gilt.
Anstatt abstrakte Ziele wie „Klimaneutralität 2040“ zu setzen, halte ich es für viel sinnvoller konkrete Maßnahmen anzugehen. Wir werden bereits 2026 rechnerisch 100% des Strombedarfs der Echinger Privathaushalte durch erneuerbare Energien decken dank der neuen Freiflächen-PV-Anlage der BEG Freising im Autobahnkreuz. Mittlerweile haben wir auch fast alle Dächer der kommunalen Gebäude mit PV-Anlagen ausgestattet.
Erst im Oktober 2025 ließen wir im Gemeinderat die Baumschutzverordnung nach über 40 Jahren erneuern. Diese schützt nun alle bebauten Ortsbereiche und soll dafür sorgen, dass Eching grün bleibt. Ich möchte künftig noch stärker neue Baumpflanzungen vorantreiben, denn Bäume sind wichtig für das Kleinklima in unseren Gemeinden. Im benachbarten Ismaning wurde dies erst letztes Jahr wissenschaftlich belegt: zehn Temperaturmessstellen an begrünten und nicht begrünten Plätzen ergab zum selben Zeitpunkt Temperaturunterschiede von 10°C.
Ganz aktuell sind wir dabei über ein Förderprogramm des BMZ mit unserer Partnergemeinde Urubamba in Peru eine Klimapartnerschaft zu schließen. Im Gespräch mit meinem peruanischen Kollegen war ich schockiert, welche existenzbedrohenden Folgen des Klimawandels dort bereits spürbar sind.
- Personalressourcen: Entfristung der Stelle der Klimaschutzmanagerin, damit das in den letzten Jahren so erfolgreich aufgebaute Klimaschutzmanagement weitergeführt wird.
- Softwareunterstützung: Einführung einer Software zum transparenten Controlling der kommunalen Klimaschutzaktivitäten und zur Aufdeckung neuer Potentiale.
- Aufklärung: bei der Neugestaltung des Bürgerplatzes möchte ich einen „Klimapfad“ einrichten, bei dem durch anschauliche Exponate die Folgen des Klimawandels erklärt werden. Mit dem neu formierten Gemeinderat werde ich das Planspiel „EN-ROADS“ von Climate Interactive des MIT in einem Workshop durchführen, um das Gremium zum Thema Klimaschutz zu sensibilisieren.
Weizenegger · Original (PDF)
Victor Weizenegger betont die Notwendigkeit eines klar formulierten kommunalen Klimaziels als Grundlage politischen Handelns. Er sieht Defizite vor allem in der fehlenden Zielklarheit und Verbindlichkeit bestehender Konzepte. Klimaziele sollen als Orientierungsrahmen dienen, an dem Maßnahmen gemessen werden können. In den ersten 100 Tagen möchte er die Zieldefinition verbindlich festlegen, die kommunale Wärmeplanung vorantreiben und daraus konkrete Maßnahmen ableiten. Der Fokus liegt stärker auf Struktur und Systematik als auf Einzelprojekten.
| Klimaziel | explizite Zieldefinition notwendig |
| Nachholbedarf | Zielklarheit, Wärmeplanung |
| Strategie | Ziele als Maßstab für Maßnahmen |
| 100-Tage-Maßnahmen | Zielbeschluss, Planung, Ableitung |
| Umsetzungsfokus | systematisch |
Die Gemeinde soll Ziele festlegen, priorisieren und Maßnahmen konsequent an diesen Zielen ausrichten.
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Der wissenschaftliche Konsens ist eindeutig: Eine möglichst schnelle Reduzierung der Treibhausgasemissionen ist ökologisch sinnvoll und ökonomisch günstiger als eine verzögerte Reduzierung. Diese Rechnung gilt sowohl im nationalen sowie supra- und internationalem Maßstab. Das Ziel des Landkreises, bis 2035 klimaneutral zu werden, war eine visionäre, richtungsweisende Entscheidung, hinter der ich voll und ganz stehe. Ich würde die Formulierung eines solchen Zieles für Eching begrüßen. Diese Entscheidung muss jedoch vom Gemeinderat auf Basis eines gesellschaftlichen Konsens getroffen werden und kann nicht vom Bürgermeister verordnet werden. Eching ist gegenwärtig das Schlusslicht des Landkreises bei der installierten EE-Leistung. Insofern sehe ich viel Nachholbedarf in allen genannten Sektoren (Strom, Wärme und Verkehr). Mir ist jedoch klar, dass bisherige Verzögerungen nicht ohne Grund aufgetreten sind. Gäbe es drei einfache Maßnahmen, mit denen sich wesentliche Veränderungen innerhalb der ersten 100 Tage anstoßen ließen, wäre dies längst geschehen. Ich fände es unseriös, hier übersteigerte Erwartungen in die Lösung komplexer Sachverhalte zu wecken. An folgende Punkte möchte ich ansetzen: Beim Strom muss der Zubau von Erneuerbaren Energieträgern und Batteriespeichern besser vorankommen, bei der Wärmeversorgung sollten CO2-neutrale Varianten zum Standard werden und beim Verkehr müssen die verschiedenen Verkehrsträger möglichst effizient verzahnt und dabei CO2-neutral betrieben werden.
🌡️ 2. Wärme ist der Engpass: Wie lösen Sie ihn?
Wärme wird im Landkreis nur zu ca. 15–20 % durch erneuerbare Energien erzeugt. Hier gibt es viel auf-zuholen, die Lokalpolitik ist besonders gefordert, kann aber vermutlich auch am meisten bewirken.
Mit welchen konkreten Schritten wollen Sie die Wärmewende in Eching beschleunigen?
Vergleich – Einordnung
| Bereich | Gürtner | Jacob | Steigerwald | Thaler | Weizenegger |
|---|---|---|---|---|---|
| Abwärme | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | explizit benannt |
| Beratung / Energieberatung | nicht genannt | – | – | – | – |
| Beratung/Energieberatung | – | Ausbau neutraler Angebote | wichtiges Element | Ausbau geplant | nicht genannt |
| Biomasse | bestehende Basis | nicht thematisiert | nicht genannt | bestehende Basis | nicht genannt |
| Fernwärme | klarer Schwerpunkt | zentraler Baustein | abhängig von Planung | laufender Ausbau | Ausbau vorgesehen |
| Förderung | keine Förderung privater Investitionen | kommunale Darlehensmodelle | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt |
| Geothermie | Ergänzung vorgesehen | langfristige Perspektive | Machbarkeitsprüfung | konkret in Umsetzung | Schlüsseltechnologie |
| Kommunale Gebäude | energetische Sanierung | implizit als Vorbild | Vorbildfunktion | implizit einbezogen | nicht thematisiert |
| Wärmeplanung | nicht explizit genannt | Grundlage der Umsetzung | zwingende Voraussetzung | Veröffentlichung vorgesehen | verbindliche Grundlage gefordert |
| Wärmepumpen | quartiersweise Lösungen | gemeinschaftliche Quartierslösungen | dezentrale Option | nicht genannt | ergänzende Option |
Gürtner · Original (PDF)
Christoph Gürtner setzt bei der Wärmewende auf den Ausbau der Fernwärme sowie auf die Modernisierung des bestehenden Biomasseheizkraftwerks. Geothermie sieht er als sinnvolle Ergänzung der bestehenden Wärmeinfrastruktur. Zusätzlich spricht er sich für gemeinschaftliche Wärmepumpenlösungen auf Quartiersebene aus. Die energetische Sanierung kommunaler Gebäude ist für ihn ein wichtiger Bestandteil der Strategie. Wirtschaftlichkeit und finanzielle Machbarkeit stehen im Vordergrund.
| Fernwärme | klarer Schwerpunkt |
| Geothermie | Ergänzung vorgesehen |
| Abwärme | nicht genannt |
| Wärmepumpen | quartiersweise Lösungen |
| Wärmeplanung | nicht explizit genannt |
| Beratung / Energieberatung | nicht genannt |
| Biomasse | bestehende Basis |
| Kommunale Gebäude | energetische Sanierung |
| Förderung | keine Förderung privater Investitionen |
Die Gemeinde soll investieren, planen und Infrastruktur bereitstellen, jedoch unter strikter Berücksichtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit.
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- Ausbau des Fernwärmenetzes und Modernisierung des Biomasseheizkraftwerkes durch Ergänzung mit Geothermie, um möglichst viele Menschen zukünftig an das Fernwärmenetz anschließen zu können.
- Unterstützung von gemeinsamen Wärmepumpen für ganze Straßenzüge/Viertel durch planerische Unterstützung und Gestattung der Nutzung gemeindlicher Flächen. Dadurch können Investitionskosten verringert werden und größere, effizientere Anlagen angeschafft werden. Zudem wird es erleichtert Wärmepumpenlösungen für Bestandsgebäude zu verwirklichen.
- Sanierung gemeindlicher Gebäude
Kommunale Gebäude sollen hinsichtlich ihrer Energieverbräuche saniert werden. Dabei sollen aber stets auch Machbarkeit und Kosteneffizienz mit betrachtet werden.
Jacob · Original (PDF)
Eric Jacob sieht die Wärmewende als zentralen Hebel der kommunalen Klimapolitik. Er setzt auf den Ausbau der Fernwärme in Kooperation mit Neufahrn sowie auf eine langfristige Perspektive mit Geothermie. Ergänzend befürwortet er gemeinschaftliche Wärmepumpenlösungen, insbesondere auf Quartiersebene. Große Bedeutung misst er einer unabhängigen, neutralen Energieberatung bei. Zusätzlich schlägt er kommunale Förderinstrumente vor, etwa in Form zinsgünstiger Darlehen.
| Fernwärme | zentraler Baustein |
| Geothermie | langfristige Perspektive |
| Abwärme | nicht genannt |
| Wärmepumpen | gemeinschaftliche Quartierslösungen |
| Wärmeplanung | Grundlage der Umsetzung |
| Beratung/Energieberatung | Ausbau neutraler Angebote |
| Biomasse | nicht thematisiert |
| Kommunale Gebäude | implizit als Vorbild |
| Förderung | kommunale Darlehensmodelle |
Die Gemeinde soll planen, koordinieren, beraten und finanziell unterstützen, insbesondere durch eigene Förderinstrumente und Infrastrukturprojekte.
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Die Wärmewende beschleunigen wir durch bessere Informationsangebote, finanzielle Anreize und nachbarschaftliche Planung.
Mit der gemeinsamen Fernwärmeplanung zusammen mit Neufahrn ist bereits ein wichtiger Schritt für die Wärmewende getan. Gleichzeitig ist unübersehbar, dass der Umstieg auf erneuerbare Wärmequellen deutlich beschleunigt werden muss.
Politische Unsicherheiten auf Bundesebene, insbesondere im Zusammenhang mit dem Gebäudeenergiegesetz, haben zuletzt zu erheblicher Verunsicherung bei Eigentümerinnen und Eigentümern sowie unter Heizungsbauern geführt. Umso wichtiger ist es, auf kommunaler Ebene verlässliche Orientierung zu bieten.
Wir müssen Zielmarken klar kommunizieren und Schritt für Schritt begleiten, damit alle gemeinsam den Weg der Wärmewende gehen. Akzeptanz entsteht durch Information, Transparenz und realistische Alternativen. Gleichzeitig herrscht auch viel unberechtigte und durch Desinformation getriebene Sorge rund um das Thema erneuerbare Energie. Hier möchte ich den Zugang zu neutralen, niederschwelligen Beratungsangeboten für Mieter*innen und Hauseigentümer*innen gezielt ausbauen.
Insbesondere in Reihenhaussiedlungen und verdichteten Wohngebieten können gemeinschaftliche Lösungen große Vorteile bieten. Der Zusammenschluss mehrerer Haushalte, etwa zur Nutzung gemeinsamer Großwärmepumpen, kann Kosten senken und die Effizienz erhöhen. Solche nachbarschaftlichen Modelle möchte ich aktiv unterstützen.4
Nichtsdestotrotz ist für mich klar, dass mehr erneuerbare Wärmeerzeugung nötig ist, um die Klimaziele zu erreichen und ein lebenswertes Eching für die Zukunft erhalten zu können. Ergänzend zu Informationsangeboten braucht es daher finanzielle Anreize. Ich setze mich des-halb für die Einführung einer kommunalen Förderung ein, beispielsweise in Form eines lang-fristig zinsgünstigen Darlehens zur Unterstützung von Investitionen in Wärmepumpen, Solarthermie oder vergleichbare Technologien.
Klar ist dabei auch: Eine verlässliche Wärmewende kann die Gemeinde nicht allein stemmen. Eine dauerhafte Unterstützung durch den Freistaat Bayern ist notwendig, um kommunale Förderinstrumente langfristig abzusichern.
Steigerwald · Original (PDF)
Michael Steigerwald betrachtet die Wärmewende als langfristigen und schrittweisen Prozess. Zentrale Voraussetzung ist für ihn eine belastbare kommunale Wärmeplanung, auf deren Basis über Fernwärme, Geothermie oder dezentrale Lösungen entschieden werden soll. Er betont einen technologieoffenen Ansatz ohne Vorfestlegung. Kommunale Gebäude sieht er in einer Vorbildrolle, private Eigentümer sollen jedoch nicht unter Druck gesetzt werden. Beratung und Kooperation mit Fachstellen spielen für ihn eine wichtige Rolle.
| Fernwärme | abhängig von Planung |
| Geothermie | Machbarkeitsprüfung |
| Abwärme | nicht genannt |
| Wärmepumpen | dezentrale Option |
| Wärmeplanung | zwingende Voraussetzung |
| Beratung/Energieberatung | wichtiges Element |
| Biomasse | nicht genannt |
| Kommunale Gebäude | Vorbildfunktion |
| Förderung | nicht genannt |
Die Gemeinde soll moderieren, informieren und koordinieren, ohne verbindliche Vorgaben für private Haushalte zu machen.
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Die Wärmewende ist zweifellos einer der zentralen Hebel für den kommunalen Klimaschutz. Gleichzeitig ist sie auch der Bereich, in dem Entscheidungen besonders langfristig wirken und für Bürgerinnen und Bürger erhebliche finanzielle Auswirkungen haben können. Deshalb halte ich einen sorgfältigen, schrittweisen und technologieoffenen Ansatz für unerlässlich.
Mir ist wichtig zu betonen, dass die Wärmewende kein kurzfristiges Projekt, sondern eine Aufgabe über viele Jahre ist. Übereilte Entscheidungen, die später korrigiert werden müssen, helfen weder dem Klima noch den Menschen vor Ort. Als Bürgermeister werde ich daher auf Sachlichkeit, Transparenz und Verlässlichkeit setzen.
Ausgangspunkt der kommunalen Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung wurde zum 01.01.2024 durch das bundesweite Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze zur Pflichtaufgabe für alle Städte und Gemeinden in Deutschland mit über 10.000 Einwohnern. Die Kommunen Eching und Neufahrn sind gesetzlich angehalten, eine Wärmeplanung bis zum 30.06.2028 vorzulegen. Im Ergebnis beschreibt sie die langfristige Gestaltung der klimaneutralen Wärmeversorgung für das beplante Gebiet. Dies bildet die Grundlage für die Planung und Umsetzung kurz-, mittel- und langfristiger Maßnahmen auf der Basis erneuerbarer Energien. Die Gemeinden Eching und Neufahrn haben bereits im Juni 2023 einen gemeinsamen Förderantrag für eine Interkommunale Wärmeplanung auf Basis der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI, Förderprogramm) gestellt. Dabei fungiert die Gemeinde Neufahrn als Antragsteller. Die Maßnahme wird zu 90 % gefördert. Im Zuge der Ausschreibung wurde der Zuschlag an die Firma ing Kess GmbH vergeben und durch die Gemeinde Neufahrn beauftragt.
Aktueller Stand:
In der Gemeinderatssitzung vom 13.05.2025 stellte die Ing. Kess GmbH den aktuellen Stand der interkommunalen Wärmeplanung vor. Am 25.11.2025 erfolgte die Vorstellung des Abschlussberichts der interkommunalen Wärmeplanung für die Gemeinden Eching und Neufahrn. Die finale Version der kommunalen Wärmeplanung soll am 27.01.2026 dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Konkrete Schritte für Eching
In Maßnahmensteckbriefen der Interkommunalen Wärmeplanung Neufahrn/Eching vom 17.11.2025 (Anlage 15 des Berichtes) wurden konkrete Umsetzungspläne beschrieben, die sich laut des beauftragten Büros „als bestmögliche Maßnahme zur Erreichung der Energie- und Treibhausgase THG-Minderungs-Ziele herausgestellt haben“.
Aus heutiger Sicht halte ich folgende Schritte für sinnvoll und verantwortbar:
- Wärmeplanung als Entscheidungsgrundlage Bevor konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, braucht es eine fundierte kommunale Wärmeplanung. Die finale Version der kommunalen Wärmeplanung mit den Hauptzielen „Optimierung von Gebäuden und Netzen, Clusterbildung und Bewertung und Nutzung neuer und lokaler Energiequellen“ wird voraussichtlich am 27.01.2026 dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
- Auf dieser Grundlage kann anschließend ein Konzept mit Maßnahmen für eine effiziente und dekarbonisierte, aber auch sichere und wirtschaftlich tragfähige Wärmeversorgung im Gemeindegebiet erarbeitet werden.
Sie soll aufzeigen,
- welche erneuerbaren Wärmequellen in Eching grundsätzlich in Frage kommen
- wie eine zukünftige Beurteilung der Potentiale der Tiefengeothermie über eine Machbarkeitsstudie in Anlehnung an die Ergebnisse einiger Kommunen der Nord-Allianz zur Anbindung an bestehende Netze möglich wird
- wo zentrale Lösungen denkbar sind und
- wo dezentrale Ansätze wie z.B. Insellösungen der Nutzung einer oberflächennahen Geothermie mittels Wärmepumpen realistischer erscheinen.
Diese Planung dient aus meiner Sicht der Orientierung, nicht der Vorfestlegung einzelner Maßnahmen.
- Kommunale Vorbildfunktion mit Augenmaß Bei gemeindeeigenen Gebäuden sollten energetische Verbesserungen und der Einsatz erneuerbarer Wärmequellen dort geprüft werden, wo sie technisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar sind. Die Gemeinde kann hier Erfahrungen sammeln, ohne private Eigentümer unter Druck zu setzen.
- Information, Beratung und Kooperation Viele Bürgerinnen und Bürger stehen vor schwierigen Entscheidungen. Es gilt zum Beispiel, eine Verbesserung der Energieeffizienz durch Sanierungen und moderne Heizsysteme, die Steigerung der Effizienz bestehender Wärmenetze (z. B. geringere Vorlauftemperaturen, weniger Leitungsverluste) anzustreben. Ich halte es für sinnvoll, neutrale Beratungsangebote zu stärken und eng mit dem Landkreis, Energieberatungen und Förderstellen zusammenzuarbeiten, um Orientierung zu geben – ohne bestimmte Lösungen vorzuschreiben.
Grundhaltung
Die Gemeinde kann und soll die Wärmewende unterstützen und moderieren, sie kann sie aber nicht allein verordnen. Die Aufgabe der Lokalpolitik sehe ich vor allem darin, Orientierung zu geben, realistische Optionen aufzuzeigen und gute Rahmenbedingungen zu schaffen, ohne die Menschen zu überfordern.
Es wird in enger Abstimmung mit dem Landkreis Freising und benachbarten Kommunen, die konzeptionell vor den gleichen Herausforderungen stehen, gearbeitet werden.
Thaler · Original (PDF)
Sebastian Thaler sieht den Ausbau der Fernwärme als Rückgrat der kommunalen Wärmewende. Die bestehende Biomasseversorgung soll durch Tiefengeothermie ergänzt werden, um Versorgungssicherheit und Klimaschutz zu verbinden. Konkrete Schritte zur geothermischen Erkundung wurden bereits eingeleitet. Zusätzlich setzt er auf Energieberatung für private Eigentümer. Der Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen.
| Fernwärme | laufender Ausbau |
| Geothermie | konkret in Umsetzung |
| Abwärme | nicht genannt |
| Wärmepumpen | nicht genannt |
| Wärmeplanung | Veröffentlichung vorgesehen |
| Beratung/Energieberatung | Ausbau geplant |
| Biomasse | bestehende Basis |
| Kommunale Gebäude | implizit einbezogen |
| Förderung | nicht genannt |
Die Gemeinde soll aktiv umsetzen, investieren und bestehende Strategien konsequent weiterverfolgen.
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- Ausbau des Fernwärmenetzes: Bis 2017 versorgte unser mit Neufahrn gemeinsam geführtes Heizkraftwerk nur die Gewerbebetriebe in Eching-Ost. 2017 haben wir die Leitung unter der Autobahn durchgeführt und seither werden auch die kommunalen Gebäude und viele Haushalte im Hauptort Eching mit Fernwärme versorgt. Im Februar 2026 stellen wir die Wärmeleitplanung für unsere Gemeinde öffentlich vor. Erklärtes Ziel ist es, nach und nach weitere Gebiete in Eching anzuschließen.
- Geothermie: Ich möchte unser Fernwärmenetz zusätzlich zur Altholzverbrennung des Heizkraftwerks mit Wärme aus der Tiefengeothermie versorgen. Dies schafft Redundanz, Ausfallsicherheit und ist die nachhaltigste Form der Wärmegewinnung. Hierfür haben wir uns den sog. „Claim“ bereits gesichert und eine Aufsuchungserlaubnis zur Erkundung des geothermischen Potentials im Untergrund erhalten. 2026 werden wir im Rahmen der Studie „Giga-M“ gemeinsam mit den SWM die seismischen Untersuchungen durchführen lassen, um zu wissen, an welcher Stelle im Claim-Gebiet das größte und wärmste Potential zu erwarten ist. Dann kann gebohrt werden – die Finanzierung ist bereits gesichert.
- Energieberatung zur effizienteren Energienutzung: Neben der Energieproduktion kommt einer effizienten Energienutzung eine gleichgroße Bedeutung zu. Energiesparen bedeutet nicht nur Stromsparen, sondern vor allem auch „Wärmesparen“. Viele Hauseigentümer wären sofort bereit, in ein neues Heizsystem, neue Fenster oder die Gebäudedämmung zu investieren, aber sie wissen nicht wie. Die Bundespolitik hat die letzten Jahre für viel Unsicherheit gesorgt bei diesem Thema durch überhastete Entscheidungen und mangelnde Information. Daher möchte ich unser bereits bestehenden Angebot der Energieberatung ausweiten und auch Beratungen vor Ort fördern.
Weizenegger · Original (PDF)
Victor Weizenegger sieht die Tiefengeothermie in Zusammenarbeit mit Neufahrn als Schlüsseltechnologie der Wärmewende. Ziel ist es, möglichst viele Haushalte an eine CO₂-neutrale Wärmeversorgung anzuschließen. Ergänzend nennt er Nahwärmenetze, Wärmepumpen sowie die Nutzung von Abwärme, etwa aus der Kläranlage oder aus Oberflächengewässern. Die kommunale Wärmeplanung misst er eine hohe Bedeutung bei und kritisiert deren bisherige Unverbindlichkeit.
| Fernwärme | Ausbau vorgesehen |
| Geothermie | Schlüsseltechnologie |
| Abwärme | explizit benannt |
| Wärmepumpen | ergänzende Option |
| Wärmeplanung | verbindliche Grundlage gefordert |
| Beratung/Energieberatung | nicht genannt |
| Biomasse | nicht genannt |
| Kommunale Gebäude | nicht thematisiert |
| Förderung | nicht genannt |
Die Gemeinde soll planen, koordinieren und Infrastrukturprojekte ermöglichen, insbesondere bei interkommunalen Großprojekten.
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Der wichtigste Schritt ist, die gemeinsame Tiefengeothermiebohrung mit Neufahrn voranzutreiben und möglichst viele Haushalte an diese CO2-neutrale Energiequelle anzuschließen. Für Bestandsquartiere können Nahwärmenetze auf Basis gemeinsamer Oberflächengeothermie oder Luftwärmepumpen sinnvolle, kostengünstige Möglichkeiten sein. Die Gemeinde sollte diese Bestrebungen stets unterstützen. Ob Oberflächengewässer mittels Wärmepumpe energetisch genutzt werden können, muss geprüft werden. Andere Kommunen haben zur Nutzung der Wärme von Oberflächengewässern bereits Pilotprojekte gestartet. Die Nutzung der Abwärme der Großkläranlage Gut Marienhof der Stadtwerke München muss ebenfalls intensiv geprüft werden. In neuen Baugebieten muss die Wärmeversorgung von vorneherein CO2-neutral mitgeplant werden. Die kommunale Wärmeplanung ist dahingehend zu prüfen, ob für große Wohnanlagen praktisch umsetzbare Konzepte vorgesehen sind. Nach meinem Dafürhalten sind die bisher getroffenen Handlungsempfehlungen im vorliegenden Gutachten zu wenig konkret und zu unscharf.
⚡ 3. Sind wir bei erneuerbarem Strom bis 2035 auf einem guten Weg?
Die aktuellen Projekte zum Ausbau der Photovoltaik in Eching und auch im Landkreis lassen erwarten, dass wir in absehbarer Zeit den heutigen Strombedarf zu 100% aus erneuerbaren Energien bilanziell decken können. Allerdings: Um Energie auch für Wärme und Verkehr klimaneutral erzeugen zu können, benötigen wir schätzungsweise 225% erneuerbaren Strom. Und „bilanziell“ bezieht sich auf Jahressummen. Wir brauchen also zusätzlich Windkraft und Speicher.
Wie stehen Sie zur Windkraft in oder nahe Eching und zum Aufbau lokaler Speicher?
Vergleich – Einordnung
| Bereich | Gürtner | Jacob | Steigerwald | Thaler | Weizenegger |
|---|---|---|---|---|---|
| Akzeptanz | – | frühzeitige Einbindung | wichtig, ohne Automatismus | – | – |
| Bürgerbeteiligung | nicht genannt | ja (Genossenschaften, Gewinne vor Ort) | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt |
| Flächenrestriktionen | – | – | – | – | explizit betont |
| Genehmigungen | fallbezogen | – | – | – | – |
| Netzintegration | nicht genannt | implizit berücksichtigt | Voraussetzung betont | kommunale Steuerung | nicht explizit genannt |
| Photovoltaik | nicht thematisiert | weiterer Ausbau, Schwerpunkt Gewerbe | grundsätzlich positiv bewertet | Ziel für Haushalte weitgehend erreicht | sinnvoller Ausbau |
| Stromspeicher | ausdrücklich befürwortet | zentraler Baustein | sinnvoll, projektbezogen | klarer Schwerpunkt | wichtig, insbesondere im Gewerbe |
| Versorgungssicherheit | – | – | – | zentraler Fokus | – |
| Windkraft | abgelehnt | ausdrücklich befürwortet | offen, stark rahmenabhängig | befürwortet, politisch begrenzt | offen, aber stark eingeschränkt |
| Wirtschaftlichkeit | zentrale Voraussetzung | – | – | – | – |
Gürtner · Original (PDF)
Christoph Gürtner hält den Ausbau der Windkraft in Eching für nicht realisierbar und begründet dies mit dem Flugbetrieb. Photovoltaik wird in seiner Antwort nicht vertieft. Die Bedeutung von Stromspeichern erkennt er ausdrücklich an und unterstützt bereits genehmigte Speicherprojekte. Weitere Entscheidungen sollen von Wirtschaftlichkeit und lokalen Gegebenheiten abhängen. Der Fokus liegt auf umsetzbaren Einzelprojekten.
| Photovoltaik | nicht thematisiert |
| Windkraft | abgelehnt |
| Stromspeicher | ausdrücklich befürwortet |
| Netzintegration | nicht genannt |
| Bürgerbeteiligung | nicht genannt |
| Genehmigungen | fallbezogen |
| Wirtschaftlichkeit | zentrale Voraussetzung |
Die Gemeinde soll genehmigen und unterstützen, wenn Projekte wirtschaftlich tragfähig und rechtlich zulässig sind.
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Windkraft ist in Eching durch den Hubschrauberlandeplatz der Bundespolizei in Oberschleißheim keine Option. Schon mehrfach wurde Windkraftprojekten wegen den Einflugschneisen der Hubschrauber die Genehmigung verwehrt.
Lokale Speicher werden nötig sein, um Lücken in der Erzeugung puffern zu können. Eine Genehmigung ist allerdings von den lokalen Gegebenheiten abhängig. Die bisherigen zwei genehmigten Stromspeicher auf Gemeindeebene haben jedoch beide im Gemeinderat meine volle Unterstützung erhalten.
Jacob · Original (PDF)
Eric Jacob befürwortet den weiteren Ausbau der Photovoltaik, insbesondere auf gewerblichen Flächen. Er spricht sich ausdrücklich für Windkraft aus und betont deren Bedeutung für eine verlässliche Stromversorgung. Batteriespeicher sieht er als unverzichtbaren Bestandteil eines erneuerbaren Energiesystems. Besonderen Wert legt er auf Bürgerbeteiligung und darauf, dass die Wertschöpfung vor Ort bleibt. Akzeptanz und frühzeitige Einbindung der Bevölkerung sind für ihn zentrale Voraussetzungen.
| Photovoltaik | weiterer Ausbau, Schwerpunkt Gewerbe |
| Windkraft | ausdrücklich befürwortet |
| Stromspeicher | zentraler Baustein |
| Netzintegration | implizit berücksichtigt |
| Bürgerbeteiligung | ja (Genossenschaften, Gewinne vor Ort) |
| Akzeptanz | frühzeitige Einbindung |
Die Gemeinde soll aktiv planen, moderieren und Beteiligungsmodelle ermöglichen, um Akzeptanz und lokale Wertschöpfung sicherzustellen.
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Ich befürworte mehr Batteriespeicher und Windkraftanlagen. Dabei sollen die Gewinne auch den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen. Beim Solarausbau müssen auch lokale Unternehmen in die Pflicht genommen werden.
Erneuerbaren Energien wird häufig mangelnde Verlässlichkeit vorgeworfen – etwa, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht. Das ist jedoch zu kurz gedacht, denn mit modernen Speichertechnologien ist es möglich, Überschüsse aus wind- oder sonnenreichen Phasen zeitlich zu verschieben und so Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Der Ausbau lokaler Speicher ist für mich daher ein zentraler Baustein der Energiewende in Eching.
Besonders im Echinger Gewerbegebiet besteht noch erhebliches Potenzial für den Ausbau der Photovoltaik, etwa auf Dachflächen oder über Parkplätzen. Hier möchte ich den Dialog mit den Unternehmen vor Ort suchen, damit auch diese ihren Beitrag zur Energiewende vor Ort leisten.
Auch Windkraftanlagen befürworte ich ausdrücklich. Im Landkreis Freising gibt es etwa in Kammerberg bereits ein “Bürger-Windrad”, das neben erneuerbarem Strom auch finanzielle Erträge für die Beteiligten erwirtschaftet.5 Daher möchte ich eine Standortprüfung durchführen. Die geographische Nähe zum Münchner Flughafen muss bei der Planung berücksichtigt und eventuelle Einschränkungen durch die Flugsicherheit früh evaluiert werden.
Wie auch beim Thema Wärme gibt es bei der Windenergie viele Fehlinformationen, etwa zu den Auswirkungen von Infraschall auf die menschliche Gesundheit, erhöhter Kollisionsgefahr für Vögel oder Lärmbelästigungen für Anwohner. Mir ist wichtig, dass die Bedenken der Echingerinnen und Echinger bei der Ausweisung einer Windkraftanlage frühzeitig ernstgenommen werden, um eventuell Anpassungen vornehmen zu können.
Gleichzeitig möchte ich auch klar sagen, dass auch konventionelle Energiegewinnung nicht im Vakuum stattfindet und Anwohner belastet; in der Regel sogar deutlich stärker als erneuerbare Energieformen, allen voran durch den Ausstoß von Schadstoffen.
Jede Form der Energiegewinnung im Gemeindegebiet greift für wirtschaftliche Interessen im Sinne der Nachhaltigkeit zumindest temporär in einen Teil unserer schönen Natur ein. Mir ist deshalb wichtig, dass bei neuen Projekten stets ein klarer Mehrwert für die Gemeinde und die Bevölkerung entsteht – etwa durch individuelle Beteiligungsmöglichkeiten in einem genossenschaftlichen Modell, wie es die Bürger Energie Genossenschaft Freising erlaubt, um langfristig von Renditen zu profitieren oder indem ein Teil der erwirtschafteten Gewinne den Vereinen, neuen Freizeitanlagen oder Kulturangeboten im Gemeindegebiet zugute kommt.
Steigerwald · Original (PDF)
Michael Steigerwald sieht den Ausbau der Photovoltaik in Eching grundsätzlich auf einem guten Weg. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass durch Wärmewende und Elektromobilität der Strombedarf weiter steigen wird. Windkraft steht er grundsätzlich offen gegenüber, betont jedoch die starken Abhängigkeiten von rechtlichen und planerischen Rahmenbedingungen. Speicherprojekte werden als sinnvoll angesehen, sollen aber fallbezogen geprüft werden. Insgesamt verfolgt er einen vorsichtigen, abwägenden Ansatz.
| Photovoltaik | grundsätzlich positiv bewertet |
| Windkraft | offen, stark rahmenabhängig |
| Stromspeicher | sinnvoll, projektbezogen |
| Netzintegration | Voraussetzung betont |
| Bürgerbeteiligung | nicht genannt |
| Akzeptanz | wichtig, ohne Automatismus |
Die Gemeinde soll begleiten, abwägen und genehmigungsfähig machen, ohne aktiv steuernd einzugreifen.
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Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energie- und Wärmewende. Die bisherigen Entwicklungen im Bereich Photovoltaik zeigen, dass wir auf einem grundsätzlich guten Weg sind und das sowohl in Eching als auch im Landkreis Freising. Hierzu kann sich jede/r interessierte Bürgerin und Bürger selber ein Bild von den erfassten Daten unserer Gemeinde zum Stichtag 31.12.2023 machen.
Zum Strom aus Photovoltaik – Installierte Leistung (Energie-Atlas Bayern: Energie-Atlas Bayern: Statistik Installierte Leistung – WMS). Siehe auch Energie-Atlas Bayern – der Kartenviewer des Freistaats Bayern zur Energiewende
Gleichzeitig ist richtig, dass der künftige Strombedarf durch Elektrifizierung von Wärme und Verkehr deutlich steigen wird. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, das Thema erneuerbare Erzeugung, Netze und Speicher gemeinsam zu betrachten.
Ich halte es für wichtig, die aktuelle positive Entwicklung bei der Photovoltaik weiter zu unterstützen. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass eine rein bilanziell ausgeglichene Jahresstrommenge nicht automatisch Versorgungssicherheit bedeutet. Fragen von Netzausbau, zeitlicher Verfügbarkeit und Akzeptanz müssen daher mitgedacht werden.
Haltung zur Windkraft
Windkraft kann einen wichtigen Beitrag zur regionalen Stromversorgung leisten.
Durch ihre Nähe zum Flughafen München befindet sich die Gemeinde Eching innerhalb der Anlagenschutzbereiche der Drehfunkfeuer. Die direkte Entfernung von Eching Mitte bis zum Flughafen Mitte beträgt 13,57 km Luftlinie. Ob ein spezielles Windenergieprojekt im 15-km- Prüfbereich um alle Drehfunkfeuer zulässig ist, entscheidet das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF).
Neben solchen bundeshoheitlich geregelten Einschränkungen muss ein Standort als Windeignungsfläche für Windkraft- bzw. Windenergieanlagen Mindestabstände zu häuslichen und gewerblichen Gebäuden aufweisen, die bis Mitte 2022 als „10H-Regelung“ in der Bayrischen Landesbauordnung vorgegeben waren. Zum anderen muss ein Windstandort die Güte und die Wirtschaftlichkeit eines Standortes erfüllen, z.B. basierend auf der Ermittlung der Stundenzahl pro Jahr, in der die Anlage mit ihrer Nennleistung läuft.
Für Eching wird seit Jahren geprüft, wo sich sogenannte Windeignungsflächen für Windkraft- bzw. Windenergieanlagen finden lassen, für die die derzeit gültigen notwendigen Abstände zutreffen und die sich als geeignete Standorte bezogen auf Güte und Wirtschaftlichkeit herausstellen.
Es wurde deutlich, dass große Teile unter eine oder zwei Schutzgebietskategorien (Natur- oder Landschaftsschutzgebiet) fallen. Dies ist für den Bau von Windkraftanlagen relevant, da je nach Schutzgebiet gar keine WEA erlaubt sind oder eine Genehmigung nur unter bestimmten Bedingungen erteilt wird.
In dem Energienutzungsplan für die Gemeinde Eching 2011 findet sich als Ergebnis der Potenzialanalyse folgendes Fazit: „Im Ergebnis bleiben in der Gemeinde Eching nach aktuellen Vorgaben (also nach 10-H Regel und unter Annahme einer Anlagenhöhe von 200 m) keine Eignungsflächen für WEA übrig. Für den Fall, dass sich die Rahmenbedingungen ändern sollten, sollte das Windpotenzial einer erneuten Prüfung unterzogen werden.
Im Klimaschutzkonzept 2022 der Gemeinde Eching werden die Windenergieanlagen auf den potenziell nutzbaren WEA-Flächen unter Einhaltung des Mindestabstands von gewählten 1.000 Meter zu häuslicher Bebauung platziert und gefolgert: „Unter Berücksichtigung aller Randbedingungen können auf dem Gemeindegebiet Eching bis zu sieben WEA errichtet werden.“
Fazit:
Seit November 2022 gelten gelockerte Regelungen für die 10H-Regelung in der Bayrischen Landesbauordnung, so dass mögliche bereits in der Vergangenheit ermittelte Potenzialflächen/ Standorte unter Einbeziehung aller Akteure und relevanter Aspekte re-evaluiert werden könnten.
Allerdings können die Ertragsaussichten für einen konkreten Standort nur durch Windmessungen direkt am Standort ermittelt werden.
Ich beziehe mich hier auf die aktuell verfügbare Version des Energieatlas (Gebietskulisse Windkraft) zur Beurteilung der Windhöffigkeit innerhalb der Potenzialflächen auf dem Gebiet der Gemeinde Eching. Hier fanden sich Restriktionsflächen mit dem Status „Für die Windenergienutzung bedingt geeignete Flächen (besonders zu prüfen)“
Für mich gilt:
- Keine Vorfestlegung auf konkrete Standorte ohne fundierte Prüfungen
- Rechtzeitige Einbindung in die Gestaltung des Regionalen Planungsverbandes (RPV), um die Ausweisung von Vorrangflächen im Sinne der Gemeinde Eching zu gestalten
- Sicherstellung der nachgewiesenen Netzaufnahmefähigkeit vor Ort
- Berücksichtigung von Abständen, Landschaftsbild, Natur- und Anwohnerschutz
- Frühzeitige und transparente Einbindung der Bürgerschaft
Ich bin grundsätzlich offen für Windkraft in regional abgestimmter Form, sofern die Rahmenbedingungen wie Windhöffigkeit und Netzaufnahmefähigkeit vor Ort passen und eine breite Akzeptanz vor Ort erreichbar ist. Entscheidungen dürfen hier nicht über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen werden.
Haltung zu Speichern
Der Ausbau von Speicherlösungen wird künftig an Bedeutung gewinnen. Aktuell laufen die Vorbereitungen zur Errichtung einer kommerziellen Batteriespeicheranlage östlich der Autobahn A9 unmittelbar südlich des Umspannwerkes auf 1500 Quadratmetern mit neun Container und einer Speicherkapazität von ca. 40,5 MWh. (Sitzung Gemeinderat vom 16.09.2025, Beschlussvorlage A3/110/2025, Greenovative.)
Auch westlich der A9 läuft bereits eine Planung für eine vergleichbare Anlage mit einer Speicherleistung zwischen 120 und 240 Megawattstunden in der Nähe einer Hochspannungsleitung und eines Umspannwerks mit einem Abstand von 40 Metern zur A9. (Sitzung Gemeinderat vom 01.04.2025, Beschlussvorlage SG30/165/2025, Orka Solutions.)
Es handelt sich hier ausschließlich um Grundstückspachtungen, die Einnahmeart für die Gemeinde Eching ist hier die Gewerbesteuer.
Auch hier sehe ich die Rolle der Gemeinde vor allem darin,
- Entwicklungen aufmerksam zu begleiten,
- Pilotprojekte und neue Technologien sachlich zu prüfen, wie z.B. die Prüfung der Kombination von PV-Anlagen auf Gebäudedächern der Gemeinde mit einem Batteriespeichersystem
- und mit Netzbetreibern, Landkreis und weiteren Partnern zusammenzuarbeiten.
Ob und in welchem Umfang lokale Speicher sinnvoll sind, muss aus meiner Sicht technisch, wirtschaftlich und standortbezogen bewertet werden.
Grundhaltung
Als Bürgermeister werde ich den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien unterstützend, aber nicht dogmatisch begleiten. Entscheidend ist für mich, dass Lösungen tragfähig, akzeptiert und langfristig sinnvoll sind. Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Akzeptanz vor Ort müssen dabei immer gemeinsam betrachtet werden.
Thaler · Original (PDF)
Sebastian Thaler sieht die Ziele im Bereich Haushaltsstrom durch Photovoltaik bereits weitgehend erreicht. Gleichzeitig betont er den zusätzlichen Strombedarf durch Industrie, Wärme und Verkehr. Windkraft bewertet er als sehr effiziente Technologie, weist jedoch auf politische und rechtliche Einschränkungen hin. Einen klaren Schwerpunkt setzt er auf große Batteriespeicher, insbesondere in der Nähe von Umspannwerken, die netzdienlich betrieben werden sollen. Die kommunale Netzhoheit spielt dabei eine wichtige Rolle.
| Photovoltaik | Ziel für Haushalte weitgehend erreicht |
| Windkraft | befürwortet, politisch begrenzt |
| Stromspeicher | klarer Schwerpunkt |
| Netzintegration | kommunale Steuerung |
| Bürgerbeteiligung | nicht genannt |
| Versorgungssicherheit | zentraler Fokus |
Die Gemeinde soll aktiv steuern, investieren und die Netzhoheit nutzen, um Versorgungssicherheit und Klimaschutz zu verbinden.
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Photovoltaik: Wie bereits erwähnt werden wir bereits 2026 rechnerisch 100% des Strombedarfs der Echinger Privathaushalte durch erneuerbare Energien decken dank der neuen Freiflächen-PV-Anlage der BEG Freising im Autobahnkreuz. Das reicht aber nicht, denn unsere leistungsstarken Industrie- und Gewerbebetriebe in Eching verschlingen nochmal deutlich mehr Energie. Der zusätzliche künftige Bedarf an elektrischer Energie fürs Heizen und für die Mobilität ist aktuell noch überhaupt nicht verlässlich voraussagbar. Da wir das Stromnetz 2017 wieder in Gemeindehand genommen haben, können wir den lokalen Netzausbau auf die Einspeisung erneuerbarer Energien optimieren.
Windenergie: Gemeinsam mit einigen anderen Bürgermeistern habe ich den Appell „Zusammen Erfolgreich Erneuerbar“ an die bayerische Staatsregierung formuliert, in dem wir für bessere Rahmenbedingungen und eine Unterstützung zum beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energieerzeugungsanlagen in Bayern plädieren. Windkraft bietet eine bis zu 20-fach höhere Flächeneffizienz als Photovoltaik und sollte daher auch in unserer Region stärker forciert werden. Während Freiflächen-PV-Anlagen große Flächen der Futter- und Nahrungsmittelerzeugung entziehen, wäre dies bei Windkraftanlagen nur ein Bruchteil. Wir hatten im Echinger Süden an der Grenze zu Garching einen Standort definiert, für den wie im benachbarten Garching die Deutsche Flugsicherung und das Luftfahrtamt Südbayern keine Genehmigung erteilen würden. Hier ist die Bundespolitik gefordert, die Genehmigungshürden abzubauen.
Energiespeicher: In den letzten beiden Jahren haben wir bereits zwei Bebauungspläne für private ca. 100MW-Energiespeicheranlagen an der A9 in der Nähe des Umspannwerks aufgestellt. Wir werden bei diesen Anlagen schon aus Eigeninteresse als kommunaler Stromnetzbetreiber darauf achten, dass die Anlagen netzdienlich gefahren werden und nicht der reinen Trading an der Strombörse zur Profitmaximierung dienen.
Auch in einigen Gemeindegebäuden mit PV-Anlage werden wir nach und nach Speicher nachrüsten. Dies aber nur, wenn es wirtschaftlich Sinn macht, denn beispielsweise ein Kindergarten verbraucht die meiste Energie tagsüber, wenn die Sonne scheint und profitiert wenig von einem Speicher.
Weizenegger · Original (PDF)
Victor Weizenegger steht dem weiteren Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung grundsätzlich offen gegenüber. Er weist jedoch auf erhebliche räumliche und rechtliche Einschränkungen hin, insbesondere im Hinblick auf Windkraft. Photovoltaik und Batteriespeicher betrachtet er als sinnvolle Ergänzungen, wobei Speicher vor allem im Gewerbebereich eine Rolle spielen sollen. Erste Investorenanfragen für Speicherprojekte werden als positives Signal genannt. Entscheidungen sollen auf Basis konkreter Prüfungen getroffen werden.
| Photovoltaik | sinnvoller Ausbau |
| Windkraft | offen, aber stark eingeschränkt |
| Stromspeicher | wichtig, insbesondere im Gewerbe |
| Netzintegration | nicht explizit genannt |
| Bürgerbeteiligung | nicht genannt |
| Flächenrestriktionen | explizit betont |
Die Gemeinde soll prüfen, ermöglichen und Rahmenbedingungen abwägen, ohne sich frühzeitig festzulegen.
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Ich stehe Windkraft sehr offen gegenüber. Windkraft ergänzt sich sehr gut mit Photovoltaik. Diese beiden Energieträger zusammen sind ein wesentlicher Schlüssel für eine sichere, CO2-neutrale und kostengünstige Stromversorgung. Man muss jedoch im Blick behalten, dass die Gemeinde Eching durch den Münchner Flughafen und dessen Instrumentenlandesystem (ILS), die Fliegerstaffel Schleißheim, diverse Schutzgebiete wie die Isarauen und die Garchinger Heide sowie den notwendigen emissionsschutzrechtlichen Abständen zu Wohnbebauungen wenige geeignete Flächen für Windkraft zur Verfügung hat. Die Möglichkeiten sind jedoch genau zu prüfen und – sofern möglich – zu nutzen. Batteriespeicher stellen eine sinnvolle Ergänzung des Energiemixes dar. Sie sind insbesondere im Hinblick auf unser großes Gewerbegebiet mit seinen vielen Großverbrauchern ein wichtiger und nützlicher Baustein, der möglichst schnell in den gemeindlichen Strommix eingefügt werden sollte. Erste Anfragen von Investoren wurden bereits an die Gemeinde gestellt und sollten Zustimmung finden.
🚦 4. Verkehr: Der große weiße Fleck
Im Verkehrssektor liegt der Erneuerbare-Energien-Anteil heute bei ca. 2-5% (Eching 2022: 1,5%). Auf den Autobahnverkehr hat Eching kaum Einfluss, trägt aber durch ein hohes Pendleraufkommen selbst dazu bei.
Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um den Verkehrssektor in Eching klimafreundlicher zu gestalten?
Vergleich – Einordnung
| Bereich | Gürtner | Jacob | Steigerwald | Thaler | Weizenegger |
|---|---|---|---|---|---|
| Carsharing | – | Förderung | – | – | – |
| E-Mobilität | Ladeinfrastruktur | – | – | umfassender Ausbau | Ladeinfrastruktur |
| Fußverkehr | nicht thematisiert | Verbesserung der Sicherheit | implizit enthalten | implizit enthalten | nicht thematisiert |
| Individualverkehr | akzeptiert | Reduktion durch Alternativen | akzeptiert | Reduktion durch Angebote | Reduktion durch Angebote |
| Kommunaler Fuhrpark | schrittweise Elektrifizierung | – | – | – | – |
| Kooperation | – | – | zentraler Ansatz | – | – |
| Pendleranalyse | – | – | vorgesehen | – | – |
| Pendlerverkehr | – | – | – | – | zentraler Fokus |
| Radverkehr | Ausbau zwischen Ortsteilen | Ausbau und Taktverbesserung | alltagstaugliche Verbesserung | Ausbau | Ausbau |
| Verhaltensänderung | – | – | – | betont | – |
| Verkehrssicherheit | – | hoher Stellenwert | – | – | – |
| ÖPNV | Ausbau, U-Bahn Dietersheim | Ausbau | Verbesserung vorgesehen | Ausbau und Taktverdichtung | Ausbau, Expressbus |
Gürtner · Original (PDF)
Christoph Gürtner legt im Verkehrsbereich einen Schwerpunkt auf Infrastrukturprojekte. Er fordert eine bessere Anbindung durch den öffentlichen Nahverkehr, einschließlich einer möglichen U-Bahn-Anbindung für Dietersheim und der Sanierung des Bahnhofs Eching. Der Ausbau von Radwegen zwischen den Ortsteilen wird ebenfalls genannt. Ergänzend spricht er sich für den Ausbau der Ladeinfrastruktur und eine schrittweise Elektrifizierung des kommunalen Fuhrparks aus, jeweils unter wirtschaftlichen Vorbehalten.
• Forderung nach U-Bahnanbindung Dietersheim
• Sanierung Bahnhof Eching
• Ausbau von Radwegen zwischen Ortsteilen
• Ausbau der Ladeinfrastruktur
• Schrittweise Elektrifizierung des Fuhrparks und Einsatz von Elektrobussen (wirtschaftlich begrenzt)
| ÖPNV | Ausbau, U-Bahn Dietersheim |
| Radverkehr | Ausbau zwischen Ortsteilen |
| Fußverkehr | nicht thematisiert |
| E-Mobilität | Ladeinfrastruktur |
| Kommunaler Fuhrpark | schrittweise Elektrifizierung |
| Individualverkehr | akzeptiert |
Die Gemeinde soll investieren, planen und Infrastruktur umsetzen, unter Berücksichtigung finanzieller Grenzen.
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- Forderung nach einer U-Bahnanbindung für Dietersheim
Durch eine direkte Anbindung von Dietersheim an die U-Bahn können mehr Menschen bewogen werden auf den ÖPNV umzusteigen und den PWK stehen zu lassen. Dafür möchte ich mich durch intensiven Austausch mit dem bayerischen Verkehrsministerium und der MVG einsetzen. - Sanierung des Echinger Bahnhofs
Dank dem Antrag der FDP im Gemeinderat wurde mittlerweile die Gemeinde Eching in das Förderprogramm für die Sanierung von Bahnhöfen mit aufgenommen. Je nach Planung der DB, wird sich aber die Gemeinde unter Umständen finanziell und gestalterisch noch weiter beteiligen müssen, um eine möglichst optimale Lösung (z.B. Durchwegung unter der S-Bahn) zu erhalten. - Ausbau von Radwegen
Durch Radwege an den Geflügelhof und von Deutenhausen/Ottenburg an die B13, sollen einerseits die Ortsteile besser angebunden werden. Zudem ermöglichen diese Verbindungen eine schnellere Zufahrt an übergeordnete Radschnellverbindungen. Die Fuß- und Radwege nach Dietersheim und Günzenhausen gehören mittelfristig saniert (Buckelpisten) und die Verbindung nach Dietersheim mit Solarleuchten ausgestattet, um deren Akzeptanz und Nutzung zu erhöhen. - Ausbau der Ladeinfrastruktur
Um einen Anstieg der Elektromobilität zu ermöglichen, muss die Gemeinde versuchen die zugehörige Ladeinfrastruktur auszubauen. Denn nur, wer seinen PKW laden kann, wird auf einen Elektroantrieb wechseln. - Ausbau der Busverbindungen im Zweckverband Versorgungs- und Verkehrsbetriebe
Die Gemeinde betreibt zusammen mit Neufahrn bereits Busverbindungen über den gemeinsamen Zweckverband. Hier muss wiederkehrend geprüft werden, inwieweit ein Ausbau des Angebots Sinn macht. - Fortschreitende Elektrifizierung des gemeindlichen Fuhrparks
Bei der Auswahl neuer Fahrzeuge für die Gemeinde, sollte immer geprüft werden, ob ein Elektrofahrzeug eine sinnvolle Lösung sein kann. Speziell im Bauhofbereich ist dies allerdings aufgrund der speziellen Anforderungen häufig noch nicht möglich. - Einsatz von Elektrobussen
Soweit möglich soll geprüft werden, inwieweit Elektrobusse anstatt von Dieselbussen eingesetzt werden können. Dabei muss aber immer auch die Wirtschaftlichkeit betrachtet werden, da Elektrobusse deutlich teurer sind (Aufgrund der niedrigeren Reichweite müssen mehr Fahrzeuge eingesetzt werden).
Einschränkung: Alle genannten Maßnahmen sind richtig und wichtig. Allerdings wird es mit mir keine pauschale Verteufelung des PKW-Verkehrs geben. Darüber hinaus kosten fast alle genannten Maßnahmen die Gemeinde Geld und sind daher ein Stück weit unter Vorbehalt einer entsprechenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde zu setzen. Daher kann es gut sein, dass Maßnahmen nur teilweise oder eingeschränkt umgesetzt werden können.
Jacob · Original (PDF)
Eric Jacob sieht im Verkehrsbereich einen zentralen Hebel für kommunalen Klimaschutz. Er setzt auf einen deutlichen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie auf sichere und attraktive Rad- und Fußwege. Ergänzend befürwortet er Carsharing-Angebote und alternative Mobilitätsformen, um den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Besonderen Wert legt er auf Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder, und auf Maßnahmen zur Verringerung des sogenannten Elterntaxi-Verkehrs. Ziel ist es, alltagstaugliche Alternativen zum eigenen Auto zu schaffen.
| ÖPNV | Ausbau |
| Radverkehr | Ausbau und Taktverbesserung |
| Fußverkehr | Verbesserung der Sicherheit |
| Carsharing | Förderung |
| Individualverkehr | Reduktion durch Alternativen |
| Verkehrssicherheit | hoher Stellenwert |
Die Gemeinde soll aktiv gestalten, Infrastruktur verbessern und Alternativen ermöglichen, um Verhaltensänderungen zu unterstützen.
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Für nachhaltige Mobilität will ich den Busverkehr stärken, Anreize für mehr Carsharing schaffen und die Notwendigkeit von Elterntaxis durch sichere Verkehrswege reduzieren.
Der motorisierte Individualverkehr ist sowohl in der Nutzung als auch im Flächenverbrauch ineffizient. Fahrzeuge stehen den Großteil der Zeit ungenutzt im öffentlichen Raum und sind häufig nur mit einer oder zwei Personen besetzt.
Carsharing-Angebote können hier als Alternative funktionieren. In Eching gibt es bereits zwei Carsharing-Anbieter, die es mehreren Personen erlauben, sich dasselbe Fahrzeug zu teilen und so die Zeit, in der das Auto ungenutzt herumsteht, zu minimieren.6 Dieses Angebot möchte ich ausbauen und Anreize für die Bürgerinnen und Bürger schaffen, vermehrt solche geteilten Angebote statt eigener Fahrzeuge zu nutzen.
Gleichzeitig muss der ÖPNV vor Ort besser werden. Ab Ende 2026 soll der Bus 690 zum Forschungszentrum in beide Richtung verkehren, um die aktuell 40-minütige Odyssee durch Neufahrn an die U6 in Garching zu verkürzen. Das ist ein wichtiger Schritt, ist aber nur für Bürgerinnen und Bürger in Eching und Dietersheim ein Vorteil. Ich werde mich dafür einset-zen, dass auch der Bus 695 zwischen Allershausen und Garching-Hochbrück künftig zweimal pro Stunde fährt, um auch Günzenhausen besser an Eching und München anzubinden und eine echte Alternative zum Auto darstellen zu können. Zudem stellt der Bus damit eine Über-gangslösung bis zum barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofs für Menschen im Rollstuhl, mit Rollator oder schwerem Gepäck dar.
Der Radverkehr soll ebenfalls weiter gestärkt werden: Durch zusätzliche Lastenräder in allen Gemeindeteilen, wie es in Eching aktuell eines gibt, soll das Radfahren nicht nur als Freizeit-aktivität sondern auch etwa zum Einkaufen attraktiver werden.
Letztlich ist es mir auch wichtig, den Verkehrsraum insbesondere für Schulkinder sicherer zu machen, um den Fuß- oder Radweg zur Schule, zu Freunden oder in den Sportverein attrak-tiver gegenüber dem Elterntaxi zu machen.
Steigerwald · Original (PDF)
Michael Steigerwald sieht den Verkehrssektor als besonders schwer steuerbar an. Er lehnt Verbotsansätze ab und setzt stattdessen auf die Schaffung attraktiver Alternativen. Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr, im Rad- und Fußverkehr sollen schrittweise erfolgen. Eine Analyse der Pendlerströme wird als wichtige Grundlage genannt. Kooperationen mit Landkreis und Verkehrsverbünden spielen für ihn eine zentrale Rolle.
| ÖPNV | Verbesserung vorgesehen |
| Radverkehr | alltagstaugliche Verbesserung |
| Fußverkehr | implizit enthalten |
| Pendleranalyse | vorgesehen |
| Individualverkehr | akzeptiert |
| Kooperation | zentraler Ansatz |
Die Gemeinde soll moderieren, analysieren und kooperieren, ohne stark steuernd einzugreifen.
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Der Verkehrssektor ist ohne Zweifel einer der schwierigsten Bereiche im kommunalen Klimaschutz. Gleichzeitig ist es wichtig, die Einflussmöglichkeiten einer Gemeinde realistisch einzuordnen. Auf überregionale Verkehrsströme, insbesondere den Autobahnverkehr, hat eine Kommune wie Eching nur sehr begrenzten Einfluss. Dennoch kann und soll die Gemeinde dort ansetzen, wo sie Gestaltungsspielräume hat.
Grundsätzliche Einordnung
Ich halte es für wenig zielführend, den Verkehrssektor allein über Verbote oder Einschränkungen steuern zu wollen. Die alleinige Ausrichtung auf umweltfreundliche Alternativen zum Auto angesichts der Bevölkerungsstruktur in Eching ist nicht für alle umsetzbar. Ziel muss es sein, attraktive, praktikable Alternativen zu schaffen und bestehende Strukturen schrittweise zu verbessern, insbesondere für den Alltags- und Pendelverkehr, der zahlreichen Ein- und AuspendlerInnen.
Mögliche Ansatzpunkte für Eching
Aus heutiger Sicht sehe ich folgende Handlungsfelder:
- Bedarfsanalyse des Verkehrsaufwandes der Ein- und Auspendler: Tagtäglich pendeln rund 6000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen aus anderen benachbarten Kommunen nach Eching und ebenso so viele aus Eching heraus. Hier scheint eine Bedarfserhebung angezeigt, von Ermittlung der Anreise des gewählten Verkehrsmittels bis zur Parksituation in Eching oder Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes auf der „letzten Meile“. Um den Individualverkehr wirksam zu reduzieren, benötigt es eine frühzeitige Planung, um zum Beispiel mit interkommunalen Verkehrsverbünden fehlende Übergänge/ Anschlüsse zu identifizieren oder Gewerbegebiete mit abseitiger Lage und nur einer Zufahrt für den ÖPNV zu erschließen.
- Stärkung des Umweltverbunds im Rahmen der Möglichkeiten Verbesserungen für Fuß- und Radverkehr sowie ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr können dazu beitragen, Wege im Alltag klimafreundlicher zurückzulegen. Dabei geht es weniger um Prestigeprojekte als um sichere, alltagstaugliche Lösungen.
- Zusammenarbeit mit Landkreis und Verkehrsverbünden Pendlerverkehre lassen sich nur in enger Abstimmung mit dem Landkreis und den zuständigen Verkehrsunternehmen sinnvoll beeinflussen. Hier sehe ich die Aufgabe der Gemeinde vor allem darin, Bedürfnisse klar zu benennen und sich konstruktiv einzubringen.
- Kommunale Vorbildfunktion und neue Entwicklungen Dort, wo die Gemeinde direkten Einfluss hat etwa bei Dienstfahrzeugen, Ladeinfrastruktur auf gemeindlichen Flächen oder bei neuen Baugebieten, können klimafreundlichere Lösungen geprüft und schrittweise umgesetzt werden, sofern sie wirtschaftlich vertretbar sind.
- Es sollten Möglichkeiten geprüft werden, welches das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) des Bundes der Gemeinde Eching bieten kann. Hierzu muss zunächst ein Nahverkehrsplan zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im Neu- und Ausbau des Nahverkehrs erstellt werden.
Mir ist bewusst, dass viele Bürgerinnen und Bürger aus beruflichen oder familiären Gründen auf das Auto angewiesen sind. Klimafreundliche Mobilität darf daher nicht an der Lebensrealität vorbeigehen. Mein Ansatz ist es, Alternativen zu ermöglichen, nicht Mobilität einzuschränken.
Grundhaltung
Als Bürgermeister werde ich den Verkehrssektor pragmatisch, kooperativ und ohne Symbolpolitik angehen. Kleine, realistische Verbesserungen sind aus meiner Sicht wirksamer als große Ankündigungen, die vor Ort nicht umsetzbar sind. Entscheidend ist, dass Maßnahmen langfristig akzeptiert werden und den Alltag der Menschen tatsächlich erleichtern.
Thaler · Original (PDF)
Sebastian Thaler sieht Verkehrsreduktion vor allem als Ergebnis verbesserter Angebote und veränderter Nutzungsmuster. Er setzt auf den Ausbau und die Taktverdichtung des Busverkehrs sowie auf eine Stärkung des Radverkehrs. Die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität soll umfassend ausgebaut werden. Verkehrspolitik versteht er als langfristigen Prozess, der sowohl öffentliche als auch private Initiativen einbezieht.
| ÖPNV | Ausbau und Taktverdichtung |
| Radverkehr | Ausbau |
| Fußverkehr | implizit enthalten |
| E-Mobilität | umfassender Ausbau |
| Individualverkehr | Reduktion durch Angebote |
| Verhaltensänderung | betont |
Die Gemeinde soll aktiv umsetzen, koordinieren und Anreize schaffen, um nachhaltige Mobilität zu fördern.
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Der wichtigste Hebel ist auch hier die Reduzierung des Verbrauchs und die Wahl des Verkehrsmittels. So bequem der Individualverkehr per eigenem Auto ist, so selbstverständlich sollte es für uns werden, auch mal die Bahn, den Bus oder das Fahrrad zu nehmen oder kürzere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Seit 2023 dürfen wir uns „fahrradfreundliche Kommune“ nennen, Echings Topografie ist prädestiniert zum Radeln und wir wollen die Fahrradinfrastruktur gemeinsam mit dem ADFC weiter ausbauen und sicherer gestalten. Seit einem Jahr bedient unser Ortsbus 696 fast ganz Eching und die nördlichen Ortsteile, die Buslinie 690 wird ab Dezember 2026 direkt im 20-Minuten-Takt Eching und Dietersheim verbinden, ohne Umweg über Neufahrn.
Wir haben in den letzten Jahren die Infrastruktur für die E-Mobilität in Eching geschaffen. Die Gemeinde hat 18 Ladesäulen in Eching, Dietersheim und Günzenhausen installiert, finanziell gefördert durch den Bund. Die BEG Freising hat weitere Ladesäulen in der Rathaus-Tiefgarage, an der Tennishalle und sogar eine DC-Schnellladestation an der VHS aufgestellt. Für die Durchreisenden haben private Investoren wie Tesla und FastNED in Eching-Ost große Schnellladestationen geschaffen. Ich bin für weitere Infrastrukturen offen, egal ob von privat oder öffentlich initiiert, und werde diese unterstützen.
Weizenegger · Original (PDF)
Victor Weizenegger betrachtet den Verkehrssektor insbesondere aus der Perspektive des Pendlerverkehrs. Der Ausbau und die Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Nahverkehrs stehen im Mittelpunkt, ergänzt durch Expressbus-Angebote. Er spricht sich für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität aus und sieht auch im Radverkehr einen wichtigen Baustein. Ziel ist es, praktikable Alternativen für den täglichen Weg zur Arbeit zu schaffen und so den Individualverkehr zu reduzieren.
| ÖPNV | Ausbau, Expressbus |
| Radverkehr | Ausbau |
| Fußverkehr | nicht thematisiert |
| E-Mobilität | Ladeinfrastruktur |
| Pendlerverkehr | zentraler Fokus |
| Individualverkehr | Reduktion durch Angebote |
Die Gemeinde soll unterstützen, koordinieren und Infrastruktur bereitstellen, insbesondere für Pendlerangebote.
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Ein gut ausgebauter ÖPNV ist ein wesentlicher Baustein zur klimafreundlichen Mobilität, insbesondere für die Auspendler in Richtung München. Die Buslinie 690 wird ab Dezember 2026 zur Ringlinie und zu 50 % mit Elektrobussen betrieben werden. Dass die Umstellung nicht zu 100 % erfolgt, liegt ausschließlich daran, dass die Stadtwerke München keinen Netzanschluss am Forschungszentrum für eine Ladestation bereitstellen können. Die Ansiedlung höher qualifizierter Arbeitsplätze kann dazu beitragen, die Auspendlerquote zu reduzieren. Im Bereich des Individualverkehrs muss das Ladenetz für Elektrofahrzeuge weiter ausgebaut werden, um die Akzeptanz der E-Mobilität in der Bevölkerung zu erhöhen. Die Einpendler nach Eching kommen gegenwärtig häufig mit dem Auto. Hier bietet das Konzept der Expressbuslinie auf der A9, die auf Initiative des 3. Bürgermeisters von Allershausen Josef Lerchl geplant wird, Potentiale, den Individualverkehr zu reduzieren. Ein qualifizierte Radwegeausbau und die Vernetzung der vorhandenen Radwege vereinfachen die Nutzung des CO2-neutralen Verkehrsträgers Fahrrad zusätzlich.
🔍 5. Controlling: Politik und Projektmanagement
Man erkennt unschwer, dass sich politische Ziele oft praktisch kaum umsetzen lassen. Auf lokaler Ebene, d.h. bei den konkreten Projekten, kann man es besser machen, durch echtes Controlling, klare Zwischen-ziele und regelmäßiges Nachsteuern.
Sind Sie bereit, ein solches verbindliches und transparentes Klimacontrolling für Eching einzuführen und wie sollte es aussehen?
Vergleich – Einordnung
| Bereich | Gürtner | Jacob | Steigerwald | Thaler | Weizenegger |
|---|---|---|---|---|---|
| Berichtswesen | jährlich | regelmäßig | nicht konkretisiert | vorgesehen | implizit vorgesehen |
| Controlling-Verständnis | Berichtsinstrument | verbindliches Steuerungsinstrument | unterstützendes Instrument | professionelles Steuerungswerkzeug | notwendige Voraussetzung |
| Kennzahlen | nicht im Fokus | notwendig | grundsätzlich ja | softwaregestützt | gefordert |
| Nachsteuerung | begrenzt | explizit vorgesehen | implizit | potenzialorientiert | grundsätzlich bejaht |
| Transparenz | mittel | hoch, öffentlich | gewünscht, begrenzt | hoch | hoch |
Gürtner · Original (PDF)
Christoph Gürtner erkennt den Nutzen von Klimacontrolling an, sieht dessen Möglichkeiten jedoch durch externe Faktoren begrenzt. Er warnt vor zu starren Vorgaben und betont, dass kommunale Handlungsspielräume nicht überschätzt werden sollten. Ein regelmäßiger Bericht erscheint ihm sinnvoll, eine dauerhafte, detailtiefe Kontrolle eher nicht. Controlling soll erklären und einordnen, weniger steuern.
| Controlling-Verständnis | Berichtsinstrument |
| Kennzahlen | nicht im Fokus |
| Berichtswesen | jährlich |
| Nachsteuerung | begrenzt |
| Transparenz | mittel |
Die Gemeinde soll berichten, erklären und Rahmenbedingungen berücksichtigen, weniger aktiv steuern.
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Klimacontrolling für Vorgänge innerhalb der Gemeinde als Verwaltungseinheit muss besser werden. Hier gilt es im Besonderen unsere Klimamanagerin und unseren Mobilitätsbeauftragten stärker einzubinden, die hier als Projektleiter fungieren sollen.
Allerdings darf bei aller Transparenz und Verbindlichkeit nicht vergessen werden, wie sehr die Gemeinde bei Ihren Klimazielen von anderen Stellen abhängig ist. Beispielsweise bei Radwegen von der Bereitschaft der Grundstücksbesitzer Flächen abzugeben, bei Infrastruktur- und Sanierungsmaßnahmen von der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung bzw. von Förderprogrammen auf Landes- oder Bundesebene, sowie im ÖPNV von der Mitwirkung von MVG, MVV und Landratsamt. Daher macht für mich ein zu striktes Klimacontrolling keinen Sinn.
Einen jährlichen Bericht in öffentlicher Sitzung des Gemeinderates über die gesetzten Klimaziele, den Stand der Zielerreichung und Begründung dieses Standes, Abgleich gegen das GEP und mit Ausblick auf das kommende Jahr im Hinblick auf Zielsetzung und Fördermöglichkeiten halte ich allerdings für sehr sinnvoll.
Jacob · Original (PDF)
Eric Jacob misst dem Klimacontrolling eine zentrale Bedeutung für die Wirksamkeit kommunaler Klimapolitik bei. Er versteht Controlling als Voraussetzung, um Fortschritte messbar zu machen und Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Regelmäßige Berichte an Gemeinderat und Öffentlichkeit sind für ihn essenziell. Klimaziele sollen überprüfbar sein, und bei Nichterreichung sollen Maßnahmen angepasst werden. Transparenz und Nachsteuerung stehen im Vordergrund.
| Controlling-Verständnis | verbindliches Steuerungsinstrument |
| Kennzahlen | notwendig |
| Berichtswesen | regelmäßig |
| Nachsteuerung | explizit vorgesehen |
| Transparenz | hoch, öffentlich |
Die Gemeinde soll aktiv steuern, kontrollieren, berichten und bei Bedarf nachjustieren.
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Mit einem Klima-Dashboard wird das Klimaschutzkonzept in konkreten Meilensteinen für die Bevölkerung verständlich und erreichte und verfehlte Ziele nachvollziehbar.
Um Klimaschutzziele wirksam umzusetzen, braucht es klare Zieldefinitionen, regelmäßige Überprüfung und die Bereitschaft zum Nachsteuern. Ich befürworte daher ausdrücklich die Einführung eines verbindlichen Klimacontrollings für Eching.
Dieses Controlling sollte sowohl den Umsetzungsfortschritt einzelner Maßnahmen als auch deren tatsächliche Wirkung erfassen. Dafür suche ich das Gespräch mit Expertinnen und Experten aus der Verwaltung, dem Umwelt- und Klimaschutz und weiteren relevanten Fachbereichen, um konkrete, zielführende und relevante Meilensteine und Ziele für den Klimaschutz in Eching zu formulieren.
Wichtig ist mir hierbei auch die Transparenz nach außen. Zwar liegt mit dem bestehenden Klimaschutzkonzept bereits eine fundierte Grundlage vor, doch ist dessen Bekanntheit in der Bevölkerung begrenzt. Ich möchte daher in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzmanagerin ein einfach verständliches Klima-Dashboard auf der Gemeinde-Homepage einrichten, ähnlich der Anzeige am Osteingang des Rathauses, jedoch mit mehr Details, Erklärungen und Filtermöglichkeiten für die Nutzer, damit diese sich einen Überblick darüber verschaffen können, wie weit die Gemeinde in den verschiedenen Bereichen des Klimaschutzes fortgeschritten ist. “Controlling” passiert am besten durch die Kontrolle des Gemeinderats sowie der Bürgerinnen und Bürger.
Abschließend möchte ich betonen, dass es unerlässlich ist, Maßnahmen zur Klimaanpassung und zur CO2-Reduktion zwar konsequent, aber stets im Dialog mit den Echingerinnen und Echingern, sowie den Unternehmen vor Ort festzulegen, zu überprüfen und einzufordern. Wir dürfen uns als Gemeinde nicht durch die Interessen Einzelner vom Erhalt unserer Umwelt und letztlich auch unser aller Lebensraum abhalten lassen. Als Bürgermeister werde ich nicht von oben herab Handlungsweisen vorzuschreiben sondern, wo möglich, im Gespräch mit den in-volvierten Akteuren Alternativen finden, um die gesetzten Ziele rechtzeitig, aber auch sozial-verträglich und in Zusammenarbeit mit den Bürger*innen und lokalen Unternehmen zu erreichen.
Steigerwald · Original (PDF)
Michael Steigerwald befürwortet Klimacontrolling grundsätzlich, warnt jedoch vor einer Überfrachtung durch Bürokratie. Er sieht Controlling als unterstützendes Instrument, nicht als Selbstzweck. Transparenz ist ihm wichtig, allerdings mit Augenmaß. Klimacontrolling soll politische Entscheidungen informieren, ohne den Handlungsspielraum der Verwaltung übermäßig einzuschränken.
| Controlling-Verständnis | unterstützendes Instrument |
| Kennzahlen | grundsätzlich ja |
| Berichtswesen | nicht konkretisiert |
| Nachsteuerung | implizit |
| Transparenz | gewünscht, begrenzt |
Die Gemeinde soll kontrollieren und informieren, ohne sich in formalen Prozessen zu verlieren.
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Auch hier muss ich Ihre Fragestellung zuerst korrigieren. Es gibt seit 2022 ein bestehendes Klimaschutzkonzept in der Gemeinde Eching. Dies wurde Ende 2022 im Gemeinderat verabschiedet. Für alle nachzulesen auf der Homepage der Gemeinde. Aus diesem Konzept heraus müssten Sie mir eigentlich diese Frage beantworten.
Der vorhergehende Abschnitt ist im Original gelb markiert
Der Klimaschutzfahrplan ist in seiner zeitlichen Abfolge beschrieben und gibt einen Überblick über die Planung vom 1. November 2022 bis zum 30. April 2026. In 8 Handlungsfeldern werden 58 Maßnahmen gelistet, welche sich bereits seit 2022 in Umsetzung befinden oder bereits abgeschlossen wurden. Nur für einen kleinen Teil der priorisierten Maßnahmen wurden bereits Controllingschritte definiert.
Grundsätzlich teile ich aber die Einschätzung, dass politische Ziele nur dann glaubwürdig sind, wenn ihre Umsetzung regelmäßig überprüft wird. Gleichzeitig zeigt die kommunale Praxis, dass zu starre Zielsysteme und zusätzliche Berichtspflichten schnell an ihre Grenzen stoßen, insbesondere angesichts begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen.
Wie ein verantwortungsvolles Klimacontrolling aussehen könnte:
Aus meiner Sicht sollte ein solches Klimacontrolling-Instrument folgende Grundsätze erfüllen:
- An bestehende Strukturen anknüpfen Anstatt neue parallele Systeme aufzubauen, sollten Klimaschutzaspekte in bestehende Planungs-, Haushalts- und Berichtsinstrumente integriert werden. So bleibt der Aufwand überschaubar und die Vergleichbarkeit erhalten. Insbesondere sind hier die Konzepte auf Landkreisebene zu berücksichtigen, um hier Maßnahmen in identifizierten Handlungsfeldern abzugleichen und ggfs. Synergien im strategischen und praktischen Vorgehen zu nutzen.
- Fokus auf wesentliche Kennzahlen Ein sinnvolles Controlling braucht wenige, verständliche Indikatoren statt umfassender Detailberichte. Entscheidend ist, ob Maßnahmen wirken, nicht die Menge an Zahlen.
- Regelmäßige, aber angemessene Berichterstattung Ich halte es für sinnvoll, in regelmäßigen Abständen, etwa im Rahmen bestehender Berichte, über den Stand relevanter Maßnahmen zu informieren. Häufigkeit und Tiefe sollten sich an tatsächlichem Nutzen orientieren. Dauerhafte Messstellen könnten verbindliche Zahlen liefern.
- Transparenz ohne Vorfestlegung Transparente Informationen sind wichtig, dürfen aber nicht automatisch zu politischen Automatismen führen. Nachsteuern muss immer im Kontext von Haushaltslage, rechtlichen Vorgaben und anderen kommunalen Aufgaben erfolgen.
- Anpassung des Maßnahmenkatalogs an geänderte Rahmenbedingungen und Einbeziehung von relevanten internen und externen Akteuren aus der Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Bildung und der Bevölkerung Der Katalog enthält dabei Handlungsempfehlungen für geeignete Klimaschutzmaßnahmen in der Gemeinde Eching. Daher ist eine regelmäßige Überprüfung durch ein Klimaschutz-Controlling von großer Bedeutung für eine Optimierung und ein Risikomanagement.
Als Bürgermeister sehe ich meine Aufgabe darin, für Klarheit, Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit zu sorgen. Nicht darin, neue bürokratische Strukturen zu schaffen. Klimacontrolling kann ein sinnvolles Werkzeug sein, wenn es pragmatisch eingesetzt wird und echte Entscheidungsgrundlagen liefert.
Ich bin bereit, mehr Transparenz und bessere Steuerung im Klimabereich zu unterstützen. Entscheidend ist für mich jedoch, dass ein Klimacontrolling maßvoll, praktikabel und anpassungsfähig bleibt. Nur so kann es dauerhaft einen Mehrwert für die Gemeinde Eching bieten.
Klimaschutz ist für mich eine langfristige Gestaltungsaufgabe, die nur mit Augenmaß, Sachlichkeit und breiter Akzeptanz gelingen kann. Als Bürgermeister werde ich darauf achten, dass Eching seinen Beitrag leistet – verantwortungsvoll, finanzierbar und nachvollziehbar. Entscheidend ist für mich nicht der schnelle Effekt, sondern tragfähige Lösungen, die dauerhaft wirken und von den Bürgerinnen und Bürgern mitgetragen werden.
Grundhaltung
Ich bin offen für mehr Transparenz und bessere Steuerung bei kommunalen Projekten – auch im Bereich Klimaschutz. Dabei ist mir wichtig, dass Controlling ein Hilfsmittel für bessere Entscheidungen bleibt und nicht zu einem Selbstzweck oder einer zusätzlichen Belastung für Verwaltung und Ehrenamt wird.
Thaler · Original (PDF)
Sebastian Thaler misst dem Klimacontrolling eine wichtige Rolle für die Professionalisierung der kommunalen Klimapolitik bei. Er plant die Einführung einer speziellen Softwarelösung, um Maßnahmen, Emissionen und Fortschritte systematisch zu erfassen. Controlling soll nicht nur dokumentieren, sondern neue Potenziale sichtbar machen. Entscheidend ist für ihn der praktische Mehrwert für Verwaltung und Politik.
| Controlling-Verständnis | professionelles Steuerungswerkzeug |
| Kennzahlen | softwaregestützt |
| Berichtswesen | vorgesehen |
| Nachsteuerung | potenzialorientiert |
| Transparenz | hoch |
Die Gemeinde soll professionell erfassen, auswerten und steuern, unterstützt durch digitale Werkzeuge.
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Wie oben bei den Zielen für die ersten 100 Tage bereits angeführt, möchte ich eine Software zum transparenten Controlling der kommunalen Klimaschutzaktivitäten und zur Aufdeckung neuer Potentiale einführen. Wir führen aktuell bereits eine Markterkundung durch und sehen uns verschiedene Anbieter an. Wichtig hierbei ist, dass dieses Tool nach seiner Einführung nicht nur Arbeit durch Dokumentation produziert, sondern wirklich einen Mehrwert für unser kommunales Klimaschutzmanagement bietet, indem es uns dabei unterstützt, Erreichtes transparent zu veranschaulichen und neue Maßnahmen aufzudecken, um weitere Potentiale zu erkunden. Schließlich gibt es beim Klimaschutz wie in allen Bereichen viele gute Ideen, die irgendeine Gemeinde irgendwo bereits umgesetzt hat, man muss sie nur finden und dann erfolgreich kopieren.
Weizenegger · Original (PDF)
Victor Weizenegger sieht Klimacontrolling als notwendige Voraussetzung für glaubwürdige Klimapolitik. Ohne überprüfbare Kennzahlen und Zielkontrollen hält er politische Beschlüsse für wenig belastbar. Controlling soll eine klare Entscheidungsgrundlage für den Gemeinderat schaffen und Transparenz ermöglichen. Er versteht es als Instrument, um Fortschritte und Defizite sichtbar zu machen und politische Verantwortung zu klären.
| Controlling-Verständnis | notwendige Voraussetzung |
| Kennzahlen | gefordert |
| Berichtswesen | implizit vorgesehen |
| Nachsteuerung | grundsätzlich bejaht |
| Transparenz | hoch |
Die Gemeinde soll Ziele messen, Abweichungen benennen und politische Entscheidungen darauf aufbauen.
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Die tatsächlichen CO2-Emissionen auf dem Gemeindegebiet werden sich nicht mit sinnvollem Aufwand quantifizieren lassen. Jedoch ist es erforderlich, in den Themenbereichen, in denen die Gemeinde tatsächlich Einfluss auf die CO2-Emissionen nehmen kann (Bewirtschaftung eigener Liegenschaften, Ausbauziele für Erneuerbare Energien, Wärmeversorgung, ÖPNV usw.), die Erreichung von Zielen regelmäßig zu überprüfen, um Maßnahmen bei Bedarf anpassen zu können. Diese Aufgabe kann bei der gemeindlichen Klimaschutzmanagerin angesiedelt werden. Hier kann ein Klimacontrolling ein wirksames Instrument zur Entscheidungsfindung sein. Außerdem möchte ich die Etablierung einer Energieagentur beim Landkreis nach dem Vorbild des Landkreises Ebersberg forcieren: Eine solche Energieagentur kann Beratungsleistungen (z.B. im Hinblick auf Klimacontrolling) für die Gemeinden, aber auch für Unternehmen und Privatpersonen bündeln. Qualität und Umfang der Leistungen würden damit gegenüber einzelnen Klimaschutzmanagern auf Gemeindeebene maßgeblich verbessert.





Danke für die sehr gute und übersichtliche Aufbereitung der Fragen und Antworten, das ist sehr hilfreich bei meiner Entscheidungsfindung als Wähler.